Der Zürcher Ständerat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch ortet die Mängel im schweizerischen Asylwesen nicht im Gesetz, sondern im Vollzug. «Ich glaube, der Fehler liegt im Vollzug», sagte er im Weltwoche-Interview. Kriminelle Ausländer müssten «konsequent ausgeschafft werden».
Dass dies in der Praxis oft nicht geschehe, «ist für mich nicht nachvollziehbar». Zu häufig verstecke man sich hinter internationalen Vereinbarungen. «Ich glaube, das muss man einfach machen.» Andere Staaten zeigten, dass es gehe.
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Das Unbehagen in der Bevölkerung dürfe man nicht ignorieren. Er habe kein Verständnis dafür, wenn Verurteilte im Land blieben: «Wenn ich als Frau belästigt werde von jemandem, der schon als Vergewaltiger verurteilt wurde und immer noch hier ist, dann habe ich kein Verständnis für das Asylsystem.»
Die zuständigen Behörden verteidigten zu oft den Status quo, kritisiert Jositsch: «Wenn Sie als Politiker den Menschen erklären wollen, warum Ihr Problem kein Problem ist, werden Sie nicht gewählt.»