Im sächsischen Heidenau werden künftig keine neuen Stolpersteine auf öffentlichen Strassen und Gehwegen verlegt. Der Stadtrat beschloss stattdessen, auf dem Nordfriedhof einen zentralen Gedenkort für Opfer von Krieg und Gewalt einzurichten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Entscheid fiel mit dreizehn gegen sechs Stimmen bei einer Enthaltung. Der gemeinsame Vorstoss wurde von Vertretern des Bürgerbündnisses Oberelbe, der AfD und der CDU getragen.
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Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) kritisierte die Entscheidung und forderte ihre Rücknahme. «Ich hoffe, dass sich der Stadtrat besinnt und der Beschluss revidiert wird», sagte sie. Die Erinnerung an den Holocaust und an das Schicksal jüdischer Menschen gehöre mitten in die Städte und müsse sichtbar bleiben.
Brisant ist die Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD. Beide Fraktionen verfügen im 22-köpfigen Stadtrat über jeweils sieben Sitze. Weil geheim abgestimmt wurde, lässt sich allerdings nicht feststellen, wie jeder einzelne Stadtverordnete votierte.
Eine grundsätzliche Abgrenzung der örtlichen CDU zur AfD gibt es nach Aussagen führender Kommunalpolitiker nicht. Der langjährige CDU-Fraktionschef Reno König hatte bereits 2025 erklärt, in Heidenau gebe es keine Brandmauer, wenn vernünftige Vorschläge vorlägen. AfD-Fraktionschef Daniel Barthel sagte nun: «Eine Brandmauer gab es hier nie, Gott sei Dank.»
Die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht auf die Stolpersteine. Im November 2025 wurde CDU-Stadtrat Uwe Epler auf Vorschlag der AfD zum Vizebürgermeister gewählt. Der aktuelle Streit macht damit erneut sichtbar, dass CDU und AfD in Heidenau bei einzelnen Sachfragen zusammenarbeiten – ungeachtet der Abgrenzungsdebatte auf Landes- und Bundesebene.