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Die Weltwoche

Ticker: Attentat von Berlin

28.07.2026

Nach CSD-Anschlag: SPD fordert Schutz queerer Menschen im Grundgesetz

Bild: HANNIBAL HANSCHKE / KEYSTONE

Die SPD will nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin das Diskriminierungsverbot wegen sexueller Identität im Grundgesetz verankern. Parteichefin Bärbel Bas, Co-Parteichef Lars Klingbeil und Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigten laut einer Mitteilung an die Deutsche Presse-Agentur an, eine entsprechende Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes «mit Nachdruck wieder auf die politische Tagesordnung» zu setzen.

Die Parteispitze begründete den Vorstoss mit dem Ziel, den Schutz queerer Menschen politisch weiter zu stärken. Bereits in der Vergangenheit hatte sich die SPD für eine Ergänzung von Artikel 3 eingesetzt. Der Gleichheitsartikel verbietet bislang Benachteiligungen unter anderem wegen des Geschlechts, der Herkunft, der Sprache oder des Glaubens, nennt die sexuelle Identität jedoch nicht ausdrücklich.

Für eine Änderung des Grundgesetzes wäre eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich. Über eine solche Mehrheit verfügt die Regierungskoalition aus Union und SPD nicht. Bereits zuvor hatte Linken-Chef Luigi Pantisano angekündigt, seine Partei werde eine entsprechende Verfassungsänderung unterstützen.

Zugleich sprach sich die SPD-Parteiführung gegen Kürzungen bei Förderprogrammen für queere Menschen aus. Beratungs- und Anlaufstellen leisteten unverzichtbare Arbeit und müssten erhalten bleiben.

 

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Urs Gehriger

Urs Gehriger

Abo Islam versus Westen: «Betroffenheit» nach dem Attentat von Berlin. Hintergründe über die Islamisierung Europas werden ausgeblendet. Hier ein Fokus auf das, was jenseits der Schlagzeilen läuft

Bild: MARCUS BRANDT / KEYSTONE

Programmiert war es, das Kabuki-Theater, das Medien und «betroffene» Politiker aufführen, seit ein Muslim zu Berlin in eine Schwulen- und Lesbenparade fuhr. Man diskutiert über «Deradikalisierungskurse». Über Integrationsanreize. Und vor allem darüber, dass jetzt «die Falschen» von dem tödlichen Anschlag politisch «profitieren» könnten. Vor lauter Situationstherapie geht der Blick au

Frank Urbaniok

Frank Urbaniok

Abo Terrorakt in Berlin: Warum die Ausbürgerung bei schwerem Integrationsversagen kein Tabuthema mehr sein darf

Bild: FILIP SINGER / KEYSTONE

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin lässt sich wieder einmal ein sinnentleertes Ritual beobachten. Man äussert Entsetzen, dankt den Einsatzkräften, beschwört die Wehrhaftigkeit des Staates und mahnt, dass eine solche Tat auf keinen Fall politisch instrumentalisiert werden dürfe. Bald schon kehrt wieder Ruhe ein. Dass die Probleme nun endlich an der Wurzel angepackt […]

Alice Schwarzer

Alice Schwarzer

Abo Die Saat der falschen Toleranz: Es ist zu spät, die Grenzen zu schliessen und die Mauern hochzuziehen zur Bekämpfung des terroristischen und legalistischen Islamismus. Die Gefahr ist längst mitten unter uns

Der 21-jährige Attentäter Abdul Ballout ist deutscher Staatsangehöriger und in Berlin geboren. Mitten in Berlin. In dem Viertel, in dem er mit einem Auto in fröhlich feiernde Menschen hineingefahren ist. Und anscheinend anschliessend auch noch mit der Machete gegen sie gewütet hat. Diese Menschen waren zwar seine Nachbarn, für ihn aber Fremde, ja Feinde. Die […]

«Hoffentlich ist es eine weisse christliche Person»: Sängerin sorgt mit Rede bei CSD-Gedenkfeier für Kritik

Eine Rede bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat Kritik ausgelöst. Die Berliner Sängerin Nyya sagte am Brandenburger Tor, ihr erster Gedanke nach Bekanntwerden der Tat sei gewesen: «Hoffentlich ist es kein Kanake, hoffentlich ist es eine christliche weisse Person.» Anschliessend fügte sie hinzu: «Aber das war es nicht.»

Die Rednerin erklärte weiter: «Da zeigt sich wieder Intersektionalität. Wir bekämpfen nicht alle die gleichen Kämpfe, aber wir sind füreinander da in einem Moment wie diesem.» Ihre Äusserungen wurden in sozialen Medien vielfach verbreitet.

Die Ermittler ordnen den 21-jährigen deutschen Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln dem islamistischen Milieu zu. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden soll er Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat gehabt haben.

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Wolfgang Koydl

Wolfgang Koydl

Abo Islamismus ist rechts? Wie die Linke islamischen Schwulenhass ignoriert

Bild: FABIAN SOMMER / KEYSTONE

Was tun, wenn dir die Falschen nach dem Leben trachten? Einfach. Man lügt sich die Realität zurecht. Solch logische Verrenkungen lassen sich bei der deutschen Linken und der queeren Community beobachten. Der Anschlag auf den Berliner CSD-Marsch wurde von einem Islamisten verübt? Kann nicht sein, weil es nicht sein darf. Also wirft man Islamisten einfach […]

CDU-Ministerpräsident Schulze nach CSD-Anschlag: «Ich möchte solche Menschen hier nicht in Deutschland leben haben»

Bild: FABIAN SOMMER / KEYSTONE

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) fordert nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day politische Konsequenzen im Umgang mit radikalisierten Islamisten. Das sagte Schulze im Deutschlandfunk.

«Wir dürfen es als Deutschland nicht mehr zulassen, dass hier Menschen bei uns leben, die unsere Kultur nicht akzeptieren», sagte Schulze. Der Attentäter sei zwar in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger gewesen, habe das Land und seine Gesellschaft jedoch abgelehnt. «Ich möchte solche Menschen hier nicht in Deutschland leben haben», sagte der CDU-Politiker.

Da eine Abschiebung bei deutschen Staatsangehörigen rechtlich nicht möglich sei, müssten andere Massnahmen geprüft werden. Schulze brachte insbesondere Änderungen im Strafrecht ins Spiel. Er kündigte an, das Thema in die Ministerpräsidenten-Konferenz einzubringen. Sachsen-Anhalt übernimmt ab Oktober deren Vorsitz.

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Nach CSD-Anschlag: Zweiter Verdächtiger trotz Ausreisepflicht wieder frei

Bild: SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE

Ein im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day vorübergehend festgenommener iranischer Staatsangehöriger ist wieder auf freiem Fuss. Nach den bisherigen Ermittlungen habe sich der Verdacht gegen den 28-Jährigen nicht erhärtet, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Ermittlungsinformationen.

Der Mann war am Samstagabend in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Er wies eine Kopfverletzung auf und galt zeitweise als möglicher Beifahrer des Tatfahrzeugs. Nach Angaben der Zeitung fanden die Ermittler jedoch keine DNA-Spuren des Mannes im Fahrzeug. Auch sonst hätten sich keine Hinweise ergeben, dass er an der Tat beteiligt gewesen sei oder sich im Lieferwagen befunden habe. Daraufhin wurde der Verdächtige aus dem Gewahrsam entlassen.

Brisant ist nach den Recherchen der Zeitung der ausländerrechtliche Status des Mannes. Demnach ist der iranische Staatsangehörige bereits seit August 2024 vollziehbar ausreisepflichtig. Er war 2011 als Jugendlicher mit seiner Mutter nach Deutschland gekommen und hatte zunächst Flüchtlingsschutz erhalten. Dieser Schutzstatus wurde später widerrufen. Zudem soll der 28-Jährige mehrfach strafrechtlich verurteilt worden sein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Bandendiebstahls und räuberischer Erpressung.

In Sicherheitskreisen habe die Freilassung Diskussionen ausgelöst. Nach Informationen der Zeitung sei zeitweise erwogen worden, den Mann nach seiner Entlassung weiter zu observieren. CDU-Innenpolitiker Alexander Throm kritisierte den Fall scharf. Zu Bild sagte er: «Völlig unverständlich ist mir, warum ein solcher Serien-Gewalttäter nicht sofort in Abschiebehaft kommt.»

Unabhängig davon führt der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zum Anschlag fort. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage, ob der getötete Hauptverdächtige Abdul Ballout mögliche Unterstützer oder Mitwisser hatte.

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Anabel Schunke

Anabel Schunke

Abo Fall Abdul Ballout: Deutschland lässt Gewalttäter und Islamisten laufen – bis zum nächsten Anschlag

Bild: CLEMENS BILAN / KEYSTONE

Ein hochgefährlicher Islamist läuft frei herum. Statt Knast für die Planung eines Anschlags gibt es eine Bewährungsstrafe und einen sogenannten Deradikalisierungskurs. Passiert dann doch etwas, heisst es, dass es vollständige Sicherheit nie geben könne, aber die Wahrheit ist, dass Deutschland auch nichts dafür tut, das Risiko so klein wie möglich zu halten. Das hat der […]

Weltwoche

Weltwoche

Chronologie des islamistischen Terrors: So verlief der Anschlag auf den CSD in Berlin

Bild: FILIP SINGER / KEYSTONE

Am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist es am Samstagabend zu einem tödlichen Anschlag gekommen. Eine Frau verstarb vor Ort, 29 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Der mutmassliche Täter – ein polizeibekannter islamistischer Gefährder – wurde am späten Sonntagnachmittag bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Samstags, gegen 22 Uhr, steuerte der Täter einen weissen Lieferwagen über den Ahornsteig im Grossen Tiergarten gezielt in eine Gruppe von Passanten. Das eigentliche, rund 400 Meter entfernte Hauptfestgelände konnte das Fahrzeug nicht befahren.

Nachdem der Lieferwagen nahe der Bellevueallee mit einem Baum kollidierte, setzte der Fahrer den Angriff zu Fuss fort. Zeugen- und Behördenangaben zufolge griff er Umstehende mit einer Machete an, bevor er in der Dunkelheit flüchtete.

Eine Frau erlag noch am Tatort ihren Verletzungen. Von den 29 Verletzten schwebten drei Personen zeitweise in Lebensgefahr. Laut Polizei befinden sich inzwischen alle Verletzten ausser Lebensgefahr.

Die Veranstalter brachen den CSD gegen 22.15 Uhr offiziell ab. Einsatzkräfte der Polizei räumten das Areal geordnet und ohne Panik.

Im Rahmen einer Grossfahndung identifizierte die Berliner Polizei den mutmasslichen Täter rasch als den 21-jährigen Abdul B., einen in Berlin geborenen deutschen Staatsbürger. B. war den Sicherheitsbehörden bereits wegen extremistischer Bestrebungen als Gefährder bekannt.

Am Sonntagnachmittag gegen 18 Uhr lokalisierten Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) den Gesuchten in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau. Als Abdul B. bei der Festnahme mit einer Stichwaffe auf die Beamten zuging, schossen diese. Der Tatverdächtige verstarb noch am Einsatzort.

Die Ermittlungsbehörden stufen das Geschehen als islamistischen Terroranschlag ein. Bundes- und Landespolitik reagierten mit Bestürzung. Bereits am Sonntag gedachten Tausende Bürger bei Trauermärschen in der Berliner Innenstadt der Opfer.

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Christoph Mörgeli

Christoph Mörgeli

Abo Warum wurde der Berliner Terrorist Abdul Ballout erschossen? Möglicherweise, weil sich der Staat bei einem Prozess keinen unangenehmen Fragen stellen will

Bild: CLEMENS BILAN / KEYSTONE

Man fühlt sich unweigerlich an die berüchtigte Hunnenrede von Wilhelm II. erinnert. Im Jahr 1900 rief der deutsche Kaiser die deutschen Soldaten vor ihrer Abfahrt in den Krieg gegen die Chinesen zu extremer Härte auf: «Gefangene werden nicht gemacht!» Ein Gefangener wurde auch nicht gemacht bei der Festnahme des 21-jährigen Abdul Ballout, der dringend verdächtigt […]

Philipp Gut

Philipp Gut

Abo Attentäter von Berlin war in «Deradikalisierungskurs». Die Willkommenskultur frisst ihre eigenen Kinder

Der Attentäter Abdul Ballout war den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt und besuchte einen sogenannten Deradikalisierungskurs. Deradikalisierungskurs? Das illustriert das ganze Elend der deutschen und westlicher Einwanderungsgesellschaften im Umgang mit mörderischen Feinden der Freiheit. Wie soll man das nennen? Blabla-Gesellschaft? Therapie-Paradox? Man meint, alles Böse auf der W

«Können wir nicht»: Polizei veröffentlichte Fahndungsfoto von CSD-Attentäter nicht über soziale Medien

Bild: CLEMENS BILAN / KEYSTONE

Die Berliner Polizei hat während der öffentlichen Fahndung nach dem mutmasslichen CSD-Attentäter Abdul Ballout kein Fahndungsfoto direkt über ihre Social-Media-Kanäle veröffentlicht. Stattdessen verwies die Polizei mit einem Link auf ihre offizielle Fahndungsseite. Auf den Hinweis eines Nutzers, ein Foto wäre hilfreicher, antwortete die Behörde: «Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir dies nicht direkt auf Social Media teilen.»

Welche datenschutzrechtlichen Vorgaben einer direkten Veröffentlichung entgegenstanden, blieb zunächst offen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts verfolgt die Polizei bei Öffentlichkeitsfahndungen grundsätzlich einen medienübergreifenden Ansatz, der auch soziale Netzwerke einbezieht. Zugleich weist das BKA darauf hin, dass Fahndungsaufrufe über Plattformen wie Facebook oder Instagram einen erheblichen Eingriff in Persönlichkeitsrechte darstellen und deshalb in der Regel nur für kurze Zeit veröffentlicht werden.

Ein richterlicher Beschluss legt fest, welche Inhalte veröffentlicht werden dürfen. Die Polizei könne darüber nicht eigenständig entscheiden.

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Nach Anschlag in Berlin: Frankfurter CSD-Initianten und Klimaaktivisten warnen vor «antimuslimischem Rassismus» – Linke macht Rechte mitverantwortlich

Bild: FILIP SINGER / KEYSTONE

Nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin warnen mehrere Frankfurter CSD-Organisationen vor Hass sowie antimuslimischem Rassismus. Auf veröffentlichten Instagram-Beiträgen von «CSD Frankfurt», «Fridays for Future Frankfurt» und «GRÜNE Frankfurt» heisst es, der Anschlag dürfe nicht für «Rassisten und Islamfeinde» instrumentalisiert werden. Man stehe «gegen Hass, gegen Extremismus» und verurteile «jegliche Formen von antimuslimischem Rassismus». Die Initiativen riefen zu Mahnwachen in Frankfurt auf und erklärten, Solidarität sei die Antwort auf den Anschlag.

Auch der Bezirksverband Die Linke Neukölln äusserte sich auf Instagram zu der Tat. In seinem Beitrag macht der Verband rechte und konservative Akteure mitverantwortlich. «Die gezielte Verbreitung queer- und transfeindlicher Ideologie durch rechte und konservative Akteure bereitet den Boden für Angriffe wie den gestrigen», heisst es in dem Statement. Zudem erklärt der Verband, man wolle die LGBTIQA+-Community «gegen die hasserfüllten Angriffe rechter Kräfte» verteidigen und wendet sich zugleich gegen eine «rassistische, antimuslimische oder sonstige reaktionäre Hetze».

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«In meinen Augen ist der Islamismus gegenwärtig die grösste Gefahr für die Community»: CDU-Spitzenkandidat Evers fordert härtere Auseinandersetzung mit Islamismus

Bild: CHRISTOPH SOEDER / KEYSTONE

Nach dem mutmasslich islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) fordern CDU-Politiker eine deutlich härtere Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus. Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers erklärte gegenüber der Bild: «In meinen Augen ist der Islamismus gegenwärtig die grösste Gefahr für die Community.» Evers, der selbst offen homosexuell lebt, sprach von einer realen Bedrohung für Sicherheit und Freiheit. Wer diese Gefahr ausblende oder aus falscher Rücksicht nicht klar benenne, werde «seiner Verantwortung nicht gerecht».

Auch Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Landeschef Manuel Hagel sieht die queere Gemeinschaft im Visier islamistischer Extremisten. Der Anschlag zeige, «wie gross die Gefahr von islamistischen Freiheitshassern für die queere Community ist». Nun müsse der Staat seine Sicherheitsbehörden weiter stärken und «in aller Härte» reagieren, forderte er.

Hintergrund der Äusserungen ist der Anschlag auf den Berliner CSD. Der mutmassliche IS-Anhänger Abdul B. soll mit einem Kleintransporter in die Menschenmenge gefahren sein. Eine Frau kam ums Leben, 29 Menschen wurden verletzt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einem «islamistischen Terroranschlag». Der Tatverdächtige soll anschliessend zudem Passanten mit einer Machete angegriffen haben. Inzwischen ist Abdul B. bei einem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos der Berliner Polizei erschossen worden, nachdem er die Einsatzkräfte nach Behördenangaben mit einer Stichwaffe angegriffen hatte.

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Nach Attentat auf Berliner CSD: Polizei erschiesst mutmasslichen Täter Abdul B.

Bild: CLEMENS BILAN / KEYSTONE

Der mutmassliche Täter des Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD), Abdul B., ist bei einem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen worden. Die Berliner Polizei und die Berliner Senatsinnenverwaltung bestätigten den Tod des Gesuchten. Nach Angaben der Polizei griff der 21-Jährige die Einsatzkräfte nach seiner Lokalisierung mit einer Stichwaffe an. Daraufhin eröffneten die Beamten das Feuer. Abdul B. wurde getroffen und starb trotz Reanimationsmassnahmen noch am Einsatzort.

Die Bundesanwaltschaft übernahm anschliessend die Ermittlungen und begründete dies mit dem Verdacht einer mutmasslich islamistisch motivierten Tat. Nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft hatte sich Abdul B. in den vergangenen Monaten radikalisiert und mehrfach versucht, sich der Terrormiliz «Islamischer Staat» im Ausland anzuschliessen. Im Mai 2025 war er wegen entsprechender Vorwürfe zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.

Beim Anschlag am Samstagabend war ein weisser Kleintransporter in eine Menschenmenge am Rande des CSD gefahren. Dabei kam eine Frau ums Leben, 29 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Nach den vorliegenden Erkenntnissen soll Abdul B. anschliessend zudem mit einer Machete auf Passanten losgegangen sein. Die Bundesregierung stuft die Tat als mutmasslich islamistisch motivierten Anschlag ein.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte am Abend, nach gegenwärtigem Stand gehe von dem Fall keine weitere akute Gefährdung aus. Hinweise auf eine mögliche weitere Person würden jedoch weiterhin überprüft. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach von einem schnellen Fahndungserfolg und dankte den Einsatzkräften. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die vollständige Aufklärung des Tatablaufs sowie auf die Frage, ob der mutmassliche Täter Unterstützer oder Mitwisser hatte.

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26.07.2026

«Angriff auf unsere Gesellschaft»: Bundeskanzler Merz äussert sich nach Anschlag auf CSD in Berlin

Bild: FILIP SINGER / KEYSTONE

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin als «Angriff auf unsere Gesellschaft» verurteilt. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Merz' Beitrag auf der Plattform X sowie Angaben der Bundesregierung.

Merz bezeichnete die Tat als «abscheulich». «Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft», schrieb der CDU-Politiker. Nach Angaben eines Regierungssprechers steht der Kanzler in engem Kontakt mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und wird von den Sicherheitsbehörden laufend über die Ermittlungen informiert.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert. Die Tat sei «ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben». Dobrindt sprach von einer «feigen, abscheulichen Attacke auf friedlich feiernde Menschen» und kündigte an, die Hintergründe der Tat rasch aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Christopher Street Day war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Veranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Nach Angaben des Spiegel wurde eine Frau getötet, 16 weitere Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen lebensgefährlich. Der Fahrer flüchtete. Die Ermittler identifizierten einen 21-jährigen Tatverdächtigen, der den Behörden als Islamist bekannt sein soll und nach Spiegel-Informationen mit der Terrororganisation «Islamischer Staat» sympathisiert haben soll. Nach dem Mann wird gefahndet.

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Islamistisches Attentat in Berlin: Was über den CSD-Angreifer Abdul Ballout bekannt ist

Nach dem mutmasslichen Terroranschlag auf den «Christopher Street Day» (CSD) in Berlin fahndet die Polizei bundesweit nach dem 21-jährigen Abdul Ballout. Nach Angaben der Berliner Polizei und Medienberichten gilt der in Berlin geborene Deutsche mit libanesischen Wurzeln als tatverdächtig. Die Ermittler ordnen ihn dem islamistischen Milieu zu und vermuten einen terroristischen Hintergrund der Tat.

Ballout soll den weissen Lieferwagen, mit dem er am Samstagabend eine Menschenmenge im Berliner Tiergarten angefahren hatte, kurz vor der Tat angemietet haben. Bei dem Anschlag wurde eine Frau getötet, sechzehn weitere Menschen wurden verletzt. Nach der Kollision verliess der Fahrer das Fahrzeug und flüchtete. Die Polizei prüft zudem Hinweise auf einen möglichen zweiten Tatbeteiligten.

Zu Ballout lagen bereits vor der Tat umfangreiche staatsschutzrelevante Erkenntnisse wegen islamistischer Ideologie vor. Medienberichten zufolge war er wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung vorbestraft. Zudem soll er erst vor wenigen Monaten aus der Haft entlassen worden sein und im Rahmen von Bewährungsauflagen an Gesprächen zur Deradikalisierung teilnehmen müssen.

Spezialeinsatzkräfte durchsuchten in der Nacht sowie am Sonntag die Wohnung des Tatverdächtigen im Berliner Ortsteil Tiergarten, rund einen Kilometer vom Tatort entfernt.

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