Ein im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day vorübergehend festgenommener iranischer Staatsangehöriger ist wieder auf freiem Fuss. Nach den bisherigen Ermittlungen habe sich der Verdacht gegen den 28-Jährigen nicht erhärtet, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Ermittlungsinformationen.
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Der Mann war am Samstagabend in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Er wies eine Kopfverletzung auf und galt zeitweise als möglicher Beifahrer des Tatfahrzeugs. Nach Angaben der Zeitung fanden die Ermittler jedoch keine DNA-Spuren des Mannes im Fahrzeug. Auch sonst hätten sich keine Hinweise ergeben, dass er an der Tat beteiligt gewesen sei oder sich im Lieferwagen befunden habe. Daraufhin wurde der Verdächtige aus dem Gewahrsam entlassen.
Brisant ist nach den Recherchen der Zeitung der ausländerrechtliche Status des Mannes. Demnach ist der iranische Staatsangehörige bereits seit August 2024 vollziehbar ausreisepflichtig. Er war 2011 als Jugendlicher mit seiner Mutter nach Deutschland gekommen und hatte zunächst Flüchtlingsschutz erhalten. Dieser Schutzstatus wurde später widerrufen. Zudem soll der 28-Jährige mehrfach strafrechtlich verurteilt worden sein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Bandendiebstahls und räuberischer Erpressung.
In Sicherheitskreisen habe die Freilassung Diskussionen ausgelöst. Nach Informationen der Zeitung sei zeitweise erwogen worden, den Mann nach seiner Entlassung weiter zu observieren. CDU-Innenpolitiker Alexander Throm kritisierte den Fall scharf. Zu Bild sagte er: «Völlig unverständlich ist mir, warum ein solcher Serien-Gewalttäter nicht sofort in Abschiebehaft kommt.»
Unabhängig davon führt der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zum Anschlag fort. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage, ob der getötete Hauptverdächtige Abdul Ballout mögliche Unterstützer oder Mitwisser hatte.