Der mutmassliche Täter des Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD), Abdul B., ist bei einem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen worden. Die Berliner Polizei und die Berliner Senatsinnenverwaltung bestätigten den Tod des Gesuchten. Nach Angaben der Polizei griff der 21-Jährige die Einsatzkräfte nach seiner Lokalisierung mit einer Stichwaffe an. Daraufhin eröffneten die Beamten das Feuer. Abdul B. wurde getroffen und starb trotz Reanimationsmassnahmen noch am Einsatzort.
Clemen
Die Bundesanwaltschaft übernahm anschliessend die Ermittlungen und begründete dies mit dem Verdacht einer mutmasslich islamistisch motivierten Tat. Nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft hatte sich Abdul B. in den vergangenen Monaten radikalisiert und mehrfach versucht, sich der Terrormiliz «Islamischer Staat» im Ausland anzuschliessen. Im Mai 2025 war er wegen entsprechender Vorwürfe zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.
Beim Anschlag am Samstagabend war ein weisser Kleintransporter in eine Menschenmenge am Rande des CSD gefahren. Dabei kam eine Frau ums Leben, 29 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Nach den vorliegenden Erkenntnissen soll Abdul B. anschliessend zudem mit einer Machete auf Passanten losgegangen sein. Die Bundesregierung stuft die Tat als mutmasslich islamistisch motivierten Anschlag ein.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte am Abend, nach gegenwärtigem Stand gehe von dem Fall keine weitere akute Gefährdung aus. Hinweise auf eine mögliche weitere Person würden jedoch weiterhin überprüft. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach von einem schnellen Fahndungserfolg und dankte den Einsatzkräften. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die vollständige Aufklärung des Tatablaufs sowie auf die Frage, ob der mutmassliche Täter Unterstützer oder Mitwisser hatte.