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Gekreuzigt und auferstanden
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Lebensmitten
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Ikone der Woche
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Die Wiedergängerinnen
Peter J. Brenner
Bevor es Cancel-Culture gab
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Winter – eingenistet in Aug und Mund
Gion Mathias Cavelty
«Meistens sieht man das Alien fressen»
Wolfram Knorr
Wie ein Rap von Shakespeare
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Vorsicht, Obergericht
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Weltwoche
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Darf sie auswärts übernachten?

Sex

Darf sie auswärts übernachten?

Liebe Dania, unsere Teenager-Tochter (unter 16) möchte bei ihrem Freund (im selben Alter) übernachten. Sollen wir das als Eltern erlauben?

H. P., Ludwigsburg

 

Wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, dann geht es Ihnen nicht in erster Linie darum, ob es in Ordnung ist, dass Ihre Tochter auswärts schläft. Vielmehr spüre ich eine Unsicherheit in Bezug auf ihre Sexualität. Das ist eine sehr wichtige Frage – und eine, die viele Eltern beschäftigt: Wie sollen sie mit der Sexualität ihrer Kinder umgehen? Sexualaufklärung beginnt für mich bereits im Kleinkindalter. Von Anfang an geht es darum, dass Eltern Fragen stellen, Interesse zeigen, erklären, die schönen Seiten von Sexualität beleuchten, aber auch mögliche Risiken und Herausforderungen thematisieren. Kurz gesagt: Sexualität darf von klein auf ein Thema sein – offen, neugierig und respektvoll. Im Idealfall sind Eltern ihren Kindern oder Jugendlichen so nah, dass diese ihre Sorgen, Ängste und Fragen frei äussern können.

Illustration: Jonathan Németh
Darf sie auswärts übernachten?
Illustration: Jonathan Németh

Wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, haben Sie diesen offenen Zugang im Moment nicht und sind unsicher, was Ihre Tochter denkt oder tut. Genau dort liegt der entscheidende Punkt: Suchen Sie das Gespräch mit ihr. Klären Sie vorher für sich selbst: Wovor habe ich Angst? Welche Situationen bereiten mir Sorgen? Was könnte passieren, das ich nicht möchte? Setzen Sie sich als Eltern zuerst zusammen und sprechen Sie offen über Ihre eigenen Befürchtungen. Erst wenn Sie sich über Ihre eigenen Ängste im Klaren sind, können Sie sie Ihrer Tochter ehrlich mitteilen. Sie könnten sagen: «Wir sind unsicher, ob du schon den Wunsch nach Sex hast, ob du dich schützen würdest und ob du in der Lage wärst, nein zu sagen.» So entsteht ein Gespräch auf Augenhöhe. Wenn Eltern ausschliesslich reaktiv handeln, nur verbieten oder nur erlauben, geraten sie schnell ins Hintertreffen. Jugendliche finden Wege, ihre Bedürfnisse zu auszuleben. Es ist wichtig, dass Sie Teil des Prozesses bleiben und Ihre Tochter nicht das Gefühl bekommt, sie müsse Dinge heimlich tun.

 

Dania Schiftan ist Sexologin, Autorin und Psychotherapeutin in Zürich.

Mailen Sie uns Ihre Fragen an dania@weltwoche.ch

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