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Nr. 36 – «Rettet das Frühfranzösisch!»Peter Rothenbühler und Roger Köppel über den Zusammenhalt der Schweiz

Ich bin Mutter von vier Jungs und musste die Quälerei mit dem Französisch und schlecht aufgebauten Lehrmitteln begleiten. Mein Fazit: Ich spreche um einiges besser Französisch als meine Söhne, obwohl ich es erst ab der 7. Klasse erlernt habe. Ich denke, dies hat mit der Reife zu tun. Wir waren in der 1. Sekundarklasse und später im Gymnasium bereit, Fremdsprachen zu lernen, und waren neugierig darauf. Die Kinder schon in der 2. oder 3. Primarklasse mit Englisch und ab der 5. Klasse mit Französisch zu überfrachten, ist für mich auch mit politischen Argumenten nicht begründbar. Man kann ihnen die französische Kultur auch in den Fächern Geschichte und Geografie näherbringen, Ausflüge in die Romandie machen und ab der Oberstufe Sprachaufenthalte ins Programm nehmen. Dass unsere Jugend nicht mehr gut Deutsch schreibt und in der Geschichte wichtige Themen nur noch gestreift werden, Schreiben, Zeichnen und Musik nur nebenher absolviert werden, ist wohl dem grossen Pensum der Fremdsprachen geschuldet. Wenn wir also wieder etwas zurückbuchstabieren, fällt uns kein Stein aus der Krone, würde ich meinen. Katrin Mettler, Luzern

Cellolehrerin Musikschule Knonaueramt

 

Vielleicht liegt das Problem nicht beim Fach, sondern bei einer Gesellschaft, die weder in der Schule noch in der Wirtschaft wirklich den Austausch zwischen den Regionen fördert. Die Armee und die Post verzichteten darauf, die Aufenthalte in anderen Regionen zu fördern, und so weiter. Es braucht wohl eine umfassende Schulreform hin zu alten Strukturen. In den Privatschulen wird auf traditionelle Weise gepaukt, und störende Schüler werden einfach rausgeschmissen. Vielleicht sollten wir das in den öffentlichen Schulen wieder einführen. Weniger Indoktrination, weniger politische Korrektheit und mehr Geschichte. Mehr Struktur und Autorität. Besonders in der Geschichte könnte man für die Mehrsprachigkeit viel tun. Vielleicht müsste man im Französischunterricht gar nicht die Sprache lernen, sondern die Regionen und ihre Geschichte vorstellen.

Michel Ebinger, Rotkreuz

 

Schlicht übertrieben

Nr. 37 – «Ich wollte der neue Führer sein»Interview von Daniel Ryser mit Erik Ahrens

Erik Ahrens verbreitet in dem Gespräch Falschaussagen, die im Untertitel als Tatsachen insinuiert werden: Ahrens hat nicht inhaltlich am Fünf-Punkte-Plan der Bewegung Die Österreicher (DO5) oder am Remigrationskonzept mitgewirkt. Sein Beitrag war, die Webseite der Bürgerbewegung zu überarbeiten, was er damals auftragsmässig für viele machte. Den Fünf-Punkte-Plan für die Bewegung verfasste ich bei Ihrer Gründung im Jahr 2020. Ein wenig Recherche hätte gereicht. Wie viele «Aussteiger» vor ihm übertreibt er schlicht seine Rolle, um alles grösser wirken zu lassen und um Aufmerksamkeit zu generieren. Unsere Wege trennten sich bereits im Sommer 2024, was wenig später zu einer öffentlichen Abgrenzung führte. Es gibt derzeit wirklich wichtigere Dinge. Ich stelle das hier nur klar, weil die Weltwoche sich nicht bemüssigt fühlte, bei mir nachzufragen.

Martin Sellner, Wien (A)

 

Auf Umwegen

Nr. 35 – «Schweizer, hütet euch vor der EU!»Editorial von Roger Köppel

Gut gebrüllt, Roger Köppel. Ich bin mit neunzehn in die USA ausgewandert, wollte Amerikaner werden, habe es zwar nie bereut, bin dann aber doch mit 46 in mein Heimatland Österreich zurückgekehrt, was ich bis vor kurzem ebenfalls nicht bereut habe. Aber jetzt wollen einige Ignoranten die Neutralität aufgeben und den Brüsseler Kriegshetzern folgen. Daher die Frage: Kann ich mit 85 noch Schweizer werden?

Ernst Soudek, emerit. Univ. Prof. DDr., Wien (A)

 

Nur noch bergab

Nr. 35 – «Freisinns letzte Tage»Philipp Gut über die FDP

Treffenderes zum Untergang der FDP könnte man nicht sagen. In den neunziger Jahren trat ich aus der FDP aus und gründete zusammen mit weiteren Parteikollegen die Freiheitspartei (ehemals Autopartei, APS) als Gegenpol zur grünen Gruppe des Waldsterbens. Den Erfolg verdankten wir dem «Beerli-Freisinn», der damals die FDP zunehmend nach links steuerte. Erschreckend für die einst populärste Wirtschaftspartei der Schweiz. Da ich innert zehn Jahren alle Legislativen durchlaufen habe, glaube ich prognostizieren zu können, dass es mit der FDP nach der möglichen Zustimmung zum EU-Knebelvertrag nur noch bergabgehen kann. Auch wir als APS entgingen dem späteren Waterloo nicht, wir mussten im Jahr 2000 ebenfalls wegen Fehlentscheiden der Parteileitung die Tore schliessen.

René Moser, Wohlen

 

Leserbriefe: Wir freuen uns über Ihre Zuschriften. E-Mail: leserbriefe@weltwoche.ch.

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