Studentenproteste in Indien: Grösste Demonstrationen seit Jahren
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Studentenproteste in Indien: Grösste Demonstrationen seit Jahren

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In Indien wächst der Druck auf Bildungsminister Dharmendra Pradhan, nachdem Zehntausende meist junge Demonstranten seinen Rücktritt gefordert haben. Der Minister reagierte auf der Plattform X mit dem Versprechen von «Antworten, Reformen und Rechenschaft», schloss einen Rücktritt jedoch aus, berichtet der Economist. Auch Oppositionsführer Rahul Gandhi verlangt den Rücktritt Pradhans sowie von Premierminister Narendra Modi. Gandhi wurde bei einer Protestaktion in Neu-Delhi kurzzeitig festgenommen.

DIVYAKANT SOLANKI / KEYSTONE
epa13128112 Supporters of the Cockroach Janta Party (CJP) hold placards and shout slogans as they gather for a protest march and a signature campaign in support of CJP in Mumbai, India, 23 July 2026
DIVYAKANT SOLANKI / KEYSTONE

Auslöser der Proteste ist die Unzufriedenheit über das indische Bildungssystem. Demonstranten werfen der Regierung vor, Korruption bei Hochschulaufnahmeprüfungen nicht wirksam zu bekämpfen und jungen Menschen trotz hoher Bildungsansprüche immer schlechtere Zukunftsperspektiven zu bieten. Die Kundgebungen in der Hauptstadt gehören zu den grössten Protesten seit Jahren und wurden teilweise mit Tränengas, einem verstärkten Polizeiaufgebot und Internetsperren beantwortet. Nach Angaben von Teilnehmern wurden Dutzende Demonstranten verletzt.

Organisiert werden die Proteste von der sogenannten «Cockroach Janta Party», einer ursprünglich satirischen Internetbewegung, die sich innerhalb weniger Monate zu einer landesweiten Protestplattform entwickelt hat. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Bewegung durch den Hungerstreik des bekannten Aktivisten Sonam Wangchuk, der nach drei Wochen Fasten von Sicherheitskräften in ein Spital gebracht wurde.

Im Zentrum der Kritik stehen wiederholte Skandale um durchgesickerte Prüfungsunterlagen. Allein im Mai musste eine landesweite Aufnahmeprüfung für Medizinstudenten mit rund 2,2 Millionen Teilnehmern annulliert werden. Trotz nahezu hundert bekannt gewordener Prüfungslecks in den vergangenen zehn Jahren wurden nach Angaben der Organisatoren lediglich zwei Verantwortliche rechtskräftig verurteilt.

Die Demonstranten verweisen zudem auf die schwierige Lage vieler junger Menschen. Rund ein Viertel der unter 35-Jährigen befindet sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung. Gleichzeitig investiert Indien nach offiziellen Angaben rund 4 Prozent seines Bruttoinlandprodukts in die öffentliche Bildung und bleibt damit unter dem selbst gesetzten Ziel von 6 Prozent. Die Protestbewegung fordert neben dem Rücktritt des Bildungsministers eine konsequente Bekämpfung von Prüfungsbetrug, Entschädigungen für Familien von Studenten, die im Zusammenhang mit dem Leistungsdruck Suizid begingen, sowie die Freilassung des Aktivisten Wangchuk.

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