«Die Brandmauer hat ja bisher nicht den Zweck erfüllt»: Peer Steinbrück, ehemaliger SPD-Kanzlerkandidat, hält nichts von Abgrenzungsstrategie
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

«Die Brandmauer hat ja bisher nicht den Zweck erfüllt»: Peer Steinbrück, ehemaliger SPD-Kanzlerkandidat, hält nichts von Abgrenzungsstrategie

Anhören ( 1 min )
KI-Stimme
«Die Brandmauer hat ja bisher nicht den Zweck erfüllt»: Peer Steinbrück, ehemaliger SPD-Kanzlerkandidat, hält nichts von Abgrenzungsstrategie
«Die Brandmauer hat ja bisher nicht den Zweck erfüllt»: Peer Steinbrück, ehemaliger SPD-Kanzlerkandidat, hält nichts von Abgrenzungsstrategie
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der frühere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hält eine begrenzte Zusammenarbeit mit der AfD unter klaren Bedingungen für denkbar und stellt damit die bisherige Abgrenzungsstrategie zur Debatte. In der ARD-Sendung «Maischberger» sagte der ehemalige Bundesfinanzminister: «Die Brandmauer hat ja bisher nicht den Zweck erfüllt, den sie haben sollte.» Die AfD sei trotz der politischen Abschottung stärker geworden und habe «sich jenseits der Brandmauer ganz gut eingerichtet».

Clemens Bilan/EPA/Keystone
Peer Steinbrück an einer Konferenz in Berlin
Clemens Bilan/EPA/Keystone

Steinbrück plädierte zwar nicht für eine generelle Aufgabe der Brandmauer. Die etablierten Parteien müssten sich aber darauf einstellen, dass die AfD dauerhaft Teil der politischen Landschaft sei. «Die AfD ist offenbar kein vorübergehendes Protestphänomen mehr, sondern eine strukturelle Entwicklung», sagte der 79-Jährige. Deshalb müsse über «konditionierte Beteiligungsmuster» nachgedacht werden.

Als Voraussetzungen für eine solche Beteiligung nannte Steinbrück die uneingeschränkte Anerkennung des Grundgesetzes, die Abkehr von völkisch-nationalistischen und ausgrenzenden Positionen sowie ein klares Bekenntnis zur Europäischen Union. Eine Rückkehr zur D-Mark oder zu einem «deutschen Taler» lehnte er entschieden ab. Die damit verbundenen Währungsturbulenzen würden eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland «völlig wegreissen».

Zugleich warnte Steinbrück davor, die Anhängerschaft der AfD pauschal abzuschreiben. «Nicht alle Wähler dieser AfD sind ja Nazis», sagte er. Die etablierten Parteien müssten versuchen, jene Wähler zurückzugewinnen, die nicht fest im rechtsradikalen Lager verankert seien. Dazu gehöre auch eine selbstkritische Analyse eigener politischer Fehler. Steinbrücks Vorstoss berührt damit eine der zentralen Streitfragen der deutschen Politik: ob die bisherige Strategie der konsequenten Ausgrenzung angesichts der Wahlerfolge der AfD langfristig trägt.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 06.10.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.