Paukenschlag im Iran: Nach dem Tod von Chamenei ist das Mullah-Regime enthauptet – aber noch nicht am Ende. Wie realistisch ist ein «Regime Change»?
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Paukenschlag im Iran: Nach dem Tod von Chamenei ist das Mullah-Regime enthauptet – aber noch nicht am Ende. Wie realistisch ist ein «Regime Change»?

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Paukenschlag im Iran: Nach dem Tod von Chamenei ist das Mullah-Regime enthauptet – aber noch nicht am Ende. Wie realistisch ist ein «Regime Change»?
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Operation «Epic Fury» beginnt mit einem Paukenschlag. Der Tod von Ajatollah Ali Chamenei ist ein epochales Ereignis. Und ein grosser Erfolg für die kriegführenden USA und Israel.

Chamenei war kein gewöhnliches Staatsoberhaupt. Als Oberster Führer der Islamischen Republik hatte er die uneingeschränkte Entscheidungsgewalt in allen wichtigen Fragen. Er kontrollierte Politik, Militär, Justiz und Medien.

Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved
Ajatollah Ali Chamenei, geistiges Oberhaupt des Iran, ist tot.
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Und: Er war Repräsentant Gottes auf Erden.

Der Charakter seines Machtgefüges wurde mit dem Mob verglichen. Das Herrschaftssystem funktioniert in mehreren Machtzirkeln. Doch alle Fäden liefen in Chameneis Hand zusammen. Er gab die ultimativen Direktiven.

Das sah man bei seinem letzten öffentlichen Auftritt, an der Freitagspredigt vor zwei Tagen. Während seine Emissäre in Genf verhandelten und angeblich Fortschritte erzielten, stellte er klar: «Die Islamische Republik Iran hat die Aussetzung der Urananreicherung niemals akzeptiert und wird sie niemals akzeptieren.»

Mit dieser kompromisslosen Haltung besiegelte er sein Schicksal.

Chamenei hinterlässt ein riesiges Machtvakuum. Angeblich hatte er seinen Sohn zum Nachfolger designiert. Doch auch er wurde offenbar von Raketen getötet.

Wer immer seine Nachfolge antritt, verfügt nicht über die Gravitas der C.-u.-C.-Theokratie.

C. u. C. – das sind: Ajatollah Ruhollah Chomeini, der Gründer der Islamischen Republik. Er hatte sein Renommee als «Religionsführer» über Jahre im Exil aufgebaut.

Und Ajatollah Ali Chamenei, der 1989 Chomeinis Nachfolge antrat. Er war zuerst Freitagsvorbeter in Teheran, dann stieg er zum Staatspräsidenten auf, ehe er zum Obersten Führer gekürt wurde.

Keine potenzielle Führungsfigur verfügt über einen ähnlichen Lebenslauf wie die beiden.

Die nächste «Etage» in der iranischen Machtpyramide ist die Revolutionsgarde. Offenbar wurden führende Mitglieder bereits eliminiert. Doch die Garde ist breit aufgestellt und dezentral organisiert. Sie umfasst 150.000 bis über 200.000 aktive Soldaten, ist eine eigenständige Eliteeinheit mit Heer, Marine, Luftwaffe und der Quds-Force.

Selbst gezielte Luftschläge der Israeli und Amerikaner können sie nicht komplett eliminieren.

Unterhalb der Garde operiert die Basidsch-Miliz, die bis 600.000 Mann mobilisieren kann. Sie dient als interne Sicherheitskraft zur Unterdrückung von Protesten, als Sittenpolizei und zur Durchsetzung der ideologischen Kontrolle des Regimes.

Die zentralen Fragen, die sich nun aufdrängen, lauten: Wird die Loyalität des Machtapparates nach dem Tod Chameneis erodieren? Oder kämpft der harte Kern bis zum Tod? Und: Werden die Regimegegner noch einmal aufstehen?

An die Adresse des «grossartigen, stolzen Volkes des Iran» sagte Trump in seiner Ansprache vor der Operation «Epic Fury»: «Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung. Sie wird euch gehören. Dies wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein.»

Wagen es die Menschen, sich gegen den brutalen Machtapparat zu erheben? Tausende, möglicherweise Zehntausende, wurde erschossen, als sie im Januar gegen das Regime protestierten.

Trump flösst ihnen aus sicherer Distanz Mut ein: «Wir hören, dass viele Revolutionsgardisten, Militär- und anderen Sicherheits- und Polizeikräfte nicht mehr kämpfen wollen und von uns Immunität suchen.»

Trumps Aussage ist zur Stunde nicht überprüfbar. Gut möglich, dass sie in die Kategorie «psychologische Kriegsführung» einzuordnen ist.

Nach Venezuela scheint Trump mit dem Enthauptungsschlag in Teheran ein zweiter Streich gelungen zu sein.

Doch das ist nicht Venezuela. Dort regiert nach der spektakulären Entführung Maduros die bisherige Regierung mittels Direktiven aus Washington. Das ist der Iran. Hier kommt die Komponente Religion dazu. Das Machtsystem der Mullahs basiert auf ihrer fundamentalistischen Ideologie. Die Religion ist der Kraftstoff ihres Regimes. Sie hat die Massen 1979 zur Revolution befeuert und den Schah weggefegt.

Wie viel von diesem Revolutions-Diesel noch übrig ist, lässt sich von aussen nicht eruieren. Trump und viele im Westen fokussieren naturgemäss – oder aufgrund von Wunschvorstellung – auf die progressiven Regimegegner. Doch auf dem Land hat die religiöse Führungselite immer noch Rückhalt.

Mit der Tötung Chameneis ist Trump und Netanjahu ein fulminanter Anfang gelungen. Doch die Operation ist längst noch nicht vorbei. Sie hat erst begonnen.

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