Die ungarische Regierung hat eine Untersuchung zu den Zebras eingeleitet, die auf einem Anwesen der Familie des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán gehalten worden sein sollen. Umweltminister László Gajdos erklärte, es gebe Hinweise auf eine möglicherweise illegale Tierhaltung sowie Unregelmässigkeiten bei den Herkunftsnachweisen. Eine «umfassende Untersuchung» solle nun klären, ob die Tiere rechtmässig gehalten wurden.
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Im Mittelpunkt stehen 17 Zebras, die Ende 2024 auf dem Anwesen Hatvanpuszta nahe Budapest gefilmt wurden. Das Grundstück gehört formell Orbáns Vater, Land und Tiere befinden sich nach Angaben des Spiegel im Besitz der Jagdgesellschaft des Unternehmers Lőrinc Mészáros, eines langjährigen Vertrauten Orbáns. Für die meisten Tiere fehle ein Herkunftsnachweis, erklärte Gajdos. Viele Dokumente seien nachträglich erstellt worden. Eines der Tiere sei im Winter ausgebrochen und verendet. Der Minister sprach von «verantwortungslosen» Zuständen und kündigte an: «Das lassen wir nicht durchgehen!»
Die sogenannten «Orbán-Zebras» sind in Ungarn seit Monaten ein politisches Symbol. Nachdem die Tiere 2024 bekannt geworden waren, tauchten Zebramotive regelmässig bei regierungskritischen Demonstrationen auf. Kritiker sahen darin ein Sinnbild für den aus ihrer Sicht luxuriösen Lebensstil im Umfeld des damaligen Regierungschefs. Die damaligen Besitzer wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, die Tiere würden ordnungsgemäss gehalten und verfügten über alle erforderlichen Bewilligungen.
Die Ermittlungen erfolgen vor dem Hintergrund einer umfassenden Aufarbeitung der 16-jährigen Fidesz-Regierungszeit. Erst in dieser Woche durchsuchten Ermittler die Parteizentrale von Fidesz wegen des Verdachts auf rechtswidrige Vergabe von Kulturfördergeldern in Höhe von umgerechnet rund 47 Millionen Euro. Orbán bezeichnete die Razzia als politisch motiviert und warf der Regierung von Péter Magyar vor, das Justizsystem gegen seine Partei zu instrumentalisieren. Er rief seine Anhänger zum Widerstand auf und erklärte, Ungarn sei «kein demokratisches Land mehr». Orbán weist sämtliche Vorwürfe zurück.