Die Redaktion des Wall Street Journal beschäftigt sich mit den verheerenden Waldbränden in Südeuropa und bringt diese in Zusammenhang mit der europäischen Umweltpolitik. Die Brände richteten grossen Schaden an, wie dies oft der Fall sei, wenn es trocken sei und starker Wind wehe. Von vielen Seiten wird der Klimawandel dafür verantwortlich gemacht, aber die tragische Ironie sei, so die Autoren, dass Europas Umweltpolitik solche Waldbrände wahrscheinlicher und verheerender mache.
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Im Rahmen ihres «Green Deal» und damit verbundener Massnahmen wolle die EU bis im Jahr 2030 30 Prozent des Kontinents als Naturschutzgebiet ausweisen. Zu den Zielen gehörten die Erhöhung des Totholzanteils und der Baumdichte in den Wäldern.
Die Zeitung schreibt dazu: Unabhängig von ihrem ökologischen Nutzen erhöhten solche Massnahmen die Menge an hochentzündlichem Brennstoff für Brände, erleichterten die Ausbreitung von Feuer und erschwerten Löschaktionen.
Zudem strebe die EU an, dass mindestens ein Drittel dieser Schutzgebiete unter «strengen Schutz» gestellt werde, was gemäss Vorgaben der Europäischen Kommission bedeute, dass sie «im Wesentlichen unberührt von menschlichen Einflüssen und Bedrohungen» bleiben sollten.
Die Leitlinien liessen zwar einige Massnahmen zur Naturkatastrophenprävention zu, jedoch nur, «wenn solche Aktivitäten auf der Grundlage einer Einzelfallprüfung mit den Naturschutzzielen der Gebiete vereinbar sind», so die EU.
Die Zeitung weist dann darauf hin, Viehzüchter und Landwirte hätten in Spanien und Frankreich seit je so gewirtschaftet, dass das Risiko von Grossbränden gemindert werde. Doch die EU-Vorschriften würden kleinen landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Europa das Überleben erschweren und die Landflucht beschleunigen. Und wer noch vor Ort sei, werde oft durch bürokratische Hürden an Präventivmassnahmen wie kontrollierten Brandrodungen gehindert.
«Die Umweltgesetzgebung basiert weder auf der Ökologie noch auf der Forstwissenschaft», wird Victor Resco de Dios zitiert, Professor für Forstwirtschaft an der Universität Lleida in Spanien. Seiner Ansicht nach beruhe sie auf Ideologie, auf einer Sichtweise auf die Welt «à la Bambi, in der Menschen als von Natur aus schlecht» für die Umwelt angesehen würden.
Doch wenn man den Menschen aus dem System entferne, entstehe mehr Brennstoff und dann komme es zu schwereren Bränden.
In einem im vergangenen Jahr im «Journal of Environmental Management» veröffentlichten Artikel untersuchten Resco de Dios und seine Mitautoren Brände in den gemässigten Wäldern Südwesteuropas, darunter Spanien, Frankreich und Portugal.
Sie stellten fest, dass Schutzgebiete 38 Prozent der Waldfläche darstellten, bei den jüngsten Bränden jedoch 55 Prozent der verbrannten Fläche ausmachten.
Ausserdem legten sie dar, dass in Australien, Kalifornien und Südwesteuropa Brände in Schutzgebieten intensiver wüteten, was sie für Anwohner gefährlicher und für natürliche Lebensräume schädlicher mache.