Das Kreissportgericht des Fussballkreises Euskirchen ist mit sofortiger Wirkung nahezu geschlossen zurückgetreten. Auslöser ist die AfD-Mitgliedschaft des Schiedsrichters Noah Schmuck, der zugleich Beisitzer im AfD-Kreisvorstand und Jungschiedsrichterbeauftragter des Fussballkreises ist. Darüber berichtete zunächst der Kölner Stadt-Anzeiger.
Die Sportrichter begründen ihren Schritt mit ihrem persönlichen Werteverständnis. In einem gemeinsamen Schreiben erklären sie, die Situation sei mit den Grundwerten des organisierten Sports wie Vielfalt, Toleranz und Respekt nicht vereinbar. Zugleich werfen sie dem Kreisvorstand und dem Kreisschiedsrichterausschuss vor, keine Massnahmen ergriffen zu haben, um den Konflikt zu entschärfen. Nach Ansicht der zurückgetretenen Richter hätte Schmuck etwa eine andere Aufgabe ohne direkten Kontakt zu Jungschiedsrichtern übernehmen können.
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Kritik richtet sich auch gegen den Fussball-Verband Mittelrhein (FVM). Die Sportrichter bemängeln, der Verband habe rechtliche Fragen zur Vereinbarkeit politischer Funktionen mit Verbandsämtern zu spät geprüft. Während bereits im März über eine Klärung diskutiert worden sei, sei eine verbindliche Prüfung erst Monate später eingeleitet worden. Der Ehrenvorsitzende des Fussballkreises unterstützt die Rücktritte und kritisiert ebenfalls das Vorgehen des Verbands. Der FVM weist die Vorwürfe zurück und erklärt, man prüfe die Auswirkungen von Parteimitgliedschaften auf Verbandsfunktionen bereits seit über einem Jahr. Dabei sei die parteipolitische Neutralität des Verbands gesetzlich vorgeschrieben.
Noah Schmuck weist die Kritik zurück. Seine Parteimitgliedschaft habe keinen Einfluss auf seine Tätigkeit als Schiedsrichter. Er bezeichnet die Rücktritte als unzulässige Vermischung von Politik und Sport und fordert, Sportgerichte müssten politisch neutral bleiben. Beschwerden von Eltern, Spielern oder Vereinen gegen seine Arbeit lägen nicht vor.