Erneuter Wechsel in Kiews Oberkommando: Selenskyj ersetzt Armeechef Syrskyj
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Erneuter Wechsel in Kiews Oberkommando: Selenskyj ersetzt Armeechef Syrskyj

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ersetzt Armeechef Oleksandr Syrskyj nach tagelangen Massenprotesten durch Mychajlo Drapatyj. Bei der Bekanntgabe erklärte Selenskyj, das gemeinsame Ziel sei «der Sieg über den Feind und die Schaffung jener Bedingungen an der Front und durch den Druck auf Russland, die Russland zum Frieden zwingen». Das berichtet die Financial Times.

Sergey Dolzhenko/EPA/Keystone
Wolodymyr Selenskyj und Oleksandr Syrskyj in Kiew
Sergey Dolzhenko/EPA/Keystone

Der 43-jährige Drapatyj führte bisher die ukrainischen Landstreitkräfte und das Kommando der vereinigten Streitkräfte. Er gehört zu einer jüngeren Generation von Offizieren, die nicht mehr in der sowjetischen Militärtradition ausgebildet wurde, sondern ihre Erfahrung im Krieg gegen Russland sammelte. Der Wechsel ist die grösste Umbesetzung an der Spitze des ukrainischen Militärs seit 2024.

Selenskyjs Entscheidung folgt auf Proteste gegen den jüngsten Regierungsumbau. Die Demonstranten forderten neben Syrskyjs Ablösung auch die Rückkehr des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, den Selenskyj in der vergangenen Woche entlassen hatte. Zwischen Fedorow und Syrskyj war es laut dem Bericht zuvor zu einem immer schärferen Konflikt gekommen. Selenskyj bot Fedorow daraufhin einen Posten im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat an. Fedorow habe jedoch nur eine Rückkehr ins Verteidigungsministerium akzeptieren wollen.

Drapatyj wurde 2014 während der Kämpfe um Mariupol bekannt. Später führte er Verbände im Donbass sowie in den Regionen Charkiw und Luhansk. Nach der russischen Offensive bei Charkiw im Jahr 2024 half er, die Front zu stabilisieren. Als Kommandeur der Landstreitkräfte trieb er Reformen bei Rekrutierung und Ausbildung voran, setzte auf technische Innovationen und forderte mehr Verantwortung der militärischen Führung. Nach seiner Ernennung erklärte er, der Dienst für die Ukraine sei für ihn «stets eine Ehre» gewesen.

Syrskyj, 60, ist bislang noch nicht formell entlassen, soll seinen Posten nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Beamten jedoch am Mittwoch verlieren. Selenskyj würdigte zugleich dessen Verdienste bei der Verteidigung Kiews und bei wichtigen ukrainischen Operationen auf russischem Gebiet.

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