Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von Donald Trump Sanktionen gegen russische und chinesische Unternehmen, die an einem Konkurrenzsystem zu Elon Musks Starlink arbeiten sollen. Selenskyj sagte der Financial Times, er habe den US-Präsidenten bereits «mehrmals» darum gebeten, gegen die am Satellitennetz «Rassvet» beteiligten Firmen vorzugehen – zuletzt bei einem Treffen am Rande der Uno-Generalversammlung in New York.
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Nach Selenskyjs Angaben entwickelt Russland das System mit chinesischer Unterstützung und könnte es bereits «Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres» einsetzen. Moskau habe die Arbeiten beschleunigt, nachdem Musk den russischen Streitkräften Anfang dieses Jahres den Zugang zu Starlink für die Steuerung von Drohnen gesperrt hatte. Peking hatte frühere ukrainische Vorwürfe zurückgewiesen, die russische Armee mit Waffen zu unterstützen. Auf die neuen Angaben reagierten China, der Kreml und das Weisse Haus zunächst nicht.
Für die Ukraine ist «Rassvet» vor allem militärisch relevant. Der Militärexperte Rob Lee erklärte der Financial Times, das System dürfte zwar weniger leistungsfähig als Starlink sein, könnte Russland aber ermöglichen, Bilder von Aufklärungs- und Angriffsdrohnen direkt an Kommandostellen zu übertragen. Auch Drohnen zu Land, auf See und über grössere Entfernungen könnten davon profitieren.
Gleichzeitig drängt Selenskyj Trump auf mehr Spielraum für die Ukraine. Kiew möchte Starlink-gesteuerte Drohnen bis zu 200 Kilometer tief nach Russland schicken, um dort Raketenstellungen und Drohnenstartplätze anzugreifen. Bislang darf die ukrainische Armee das System laut Financial Times nur innerhalb der ukrainischen Grenzen nutzen. Trump habe ihm Unterstützung signalisiert, die Entscheidung aber Musk zugeschoben: «Frag Elon», zitierte Selenskyj den US-Präsidenten. SpaceX und Musk äusserten sich dazu nicht.