Autoritarismus stellen wir uns normalerweise klar und dramatisch vor. Dazu gehören Uniformen, Parolen, Zensur und Angst. Er kündigt sich an. Er verlangt offen Gehorsam. Er zieht eine sichtbare Linie zwischen der Macht und den Menschen, die ihr unterworfen sind. Doch nicht immer operiert Macht so direkt. Es gibt eine andere Form, die leiser, diffuser, schwieriger zu konfrontieren ist, weil sie sich kaum je als Macht bezeichnet. Sie schafft die Freiheit nicht einfach ab. Sie steuert sie. Sie bringt die Opposition nicht völlig zum Schweigen. Sie absorbiert sie, lenkt sie um oder diskreditiert sie. Sie verlangt nicht, dass man ihr glaubt. Doch sie hält an zu Linientreue. Die Rede ist v ...