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Die Weltwoche

Inhalt
Diese Woche
Daniela Niederberger
Sackgasse Doppelbelastung
Jean-Daniel Ruch
Kommt Europa wieder ins Spiel?
Francis Pike
Aufstieg und Fall des Sir Keir
Walter Denz
Der Versuch, ein ganzes Volk zu strafen
Julie Burchill
Wie im Film
Jürg Altwegg
Jupiters Erdlandung
Diese Woche
Urs Gehriger
Joker trifft Chomeini
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Genozid in Gaza?
Anabel Schunke
Die Uhr tickt
Matthias Matussek
«Nazi-Dies, Nazi-Das»
Literatur und Kunst
Peter Ruch
Gute Politiker, böse Politiker
Diese Woche
David Mamet
Sanfter Autoritarismus
Michael Bahnerth
Wankelmut der Tagesform
Tamara Wernli
Das grosse Gejammer
Literatur und Kunst
Michael Bahnerth
Ikone der Woche
Wolfgang Koydl
Amerikas geistreichste Frau
Sylvie-Sophie Schindler
Echte Lästerschwester
Erich Weede
Droht ein dritter Weltkrieg?
Pia Reinacher
Heimat als Schreckensort
Daniel Weber
Macht der Wörter
Wolfram Knorr
Tristesse, die man zeichnen kann
Wolfram Knorr
Alzheimer und eine Liebe zu dritt
Peter Rüedi
Nachlass zu Lebzeiten
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Lebenslange Freundschaft
Leben heute
Mark Van Huisseling
«Ich reise, also bin ich» war gestern
Linus Reichlin
Tourist sein
Dania Schiftan
Lustlos wegen Abnehmspritze?
Weltwoche
Leserbriefe
Weltwoche
Maassen: Minister in Sachsen-Anhalt?
Weltwoche
Daniela Niederberger über die schwierigste Frage im Leben einer Frau, Matthias Matussek über den Late-Night-Quotenkönig Greg Gutfeld
Oliver Stock
Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler
Wolfgang Koydl
Wüst, Voigt, Geiss, Laschet, Klöckner, Strauss, Merz, Wildberger, Leo, Franziskus, Trump, Kennedy, Cwtch, William
Weltwoche
Wagenknecht gegen AfD-Brandmauer
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Friedrich Merz verpasst eine grosse Chance
Oskar Lafontaine
Chance für Europa
Matthias Matussek
Lieber Sir Keir Starmer
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Der Katechon aus dem Silicon Valley
Kurt W. Zimmermann
Der Teufel trägt AfD
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«Fluch und Segen»
Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler

Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler

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Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler
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Deutschland verhält sich zur Strasse von Hormus wie ein Kaufmann, der am Hafen steht, den Sturm beobachtet und erklärt, mit der ganzen Sache nichts zu tun zu haben, während seine komplette Ware draussen auf dem Schiff liegt. Berlin beteiligt sich jedenfalls nicht am amerikanisch-israelischen Vorgehen gegen den Iran. Das wird als Besonnenheit verkauft, manchmal sogar als moralische Überlegenheit. Die Amerikaner bomben, die Deutschen moderieren. Washington schickt Flugzeugträger. Berlin schickt Appelle zur Deeskalation. Man kennt die Rollenverteilung.

Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler

Nur ist die Strasse von Hormus ausgerechnet die Schlagader der Weltwirtschaft. Wenn dort Tanker festhängen oder Raketen fliegen, trifft das nicht nur Texas oder Tel Aviv, sondern auch BASF, Volkswagen und den deutschen Mittelständler, dessen Geschäftsmodell auf genügend bezahlbarer Energie und funktionierenden Lieferketten beruht. Deshalb wirkt die deutsche Haltung seltsam weltfremd. 

Klar, niemand hat Lust auf ein militärisches Abenteuer. Aber wenn die Regierung Merz so tut, als könne sie sich geopolitisch elegant heraushalten, obwohl Deutschland wirtschaftlich bis zum Hals drinsteckt und beispielsweise mit dem US-Stützpunkt Ramstein einen wichtigen Logistikbeitrag liefert – dann ist das eben weltfremd. Deutschland sitzt in Wahrheit mit im Maschinenraum dieses Krieges, nur mit der typisch deutschen Hoffnung, dabei möglichst unsichtbar zu bleiben.

Tatsächlich käme Deutschland eine andere Rolle zu. Denn ausgerechnet zum Iran unterhält Berlin traditionell bessere Beziehungen als fast jeder andere westliche Staat. Während die USA in Teheran als ewiger Gegner gelten und die Briten historisch als Kolonialmacht einen miesen Ruf haben, hatte Deutschland lange den Nimbus des nüchternen, berechenbaren Partners. Deutsche Technik, deutsche Diplomatie, deutsche Ingenieure hatten im Iran über Jahrzehnte Gewicht. Deshalb wäre deutsche Diplomatie mehr gewesen als das übliche europäische Räuspern in Richtung Deeskalation. 

Berlin könnte vermitteln, nicht als moralischer Oberlehrer, sondern als einer der wenigen westlichen Akteure, denen Teheran überhaupt noch zuhört.

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