Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler

Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler

Anhören ( 1 min )
Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler
Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

 

Deutschland verhält sich zur Strasse von Hormus wie ein Kaufmann, der am Hafen steht, den Sturm beobachtet und erklärt, mit der ganzen Sache nichts zu tun zu haben, während seine komplette Ware draussen auf dem Schiff liegt. Berlin beteiligt sich jedenfalls nicht am amerikanisch-israelischen Vorgehen gegen den Iran. Das wird als Besonnenheit verkauft, manchmal sogar als moralische Überlegenheit. Die Amerikaner bomben, die Deutschen moderieren. Washington schickt Flugzeugträger. Berlin schickt Appelle zur Deeskalation. Man kennt die Rollenverteilung.

Strasse von Hormus: Merz’ Kapitalfehler

Nur ist die Strasse von Hormus ausgerechnet die Schlagader der Weltwirtschaft. Wenn dort Tanker festhängen oder Raketen fliegen, trifft das nicht nur Texas oder Tel Aviv, sondern auch BASF, Volkswagen und den deutschen Mittelständler, dessen Geschäftsmodell auf genügend bezahlbarer Energie und funktionierenden Lieferketten beruht. Deshalb wirkt die deutsche Haltung seltsam weltfremd. 

Klar, niemand hat Lust auf ein militärisches Abenteuer. Aber wenn die Regierung Merz so tut, als könne sie sich geopolitisch elegant heraushalten, obwohl Deutschland wirtschaftlich bis zum Hals drinsteckt und beispielsweise mit dem US-Stützpunkt Ramstein einen wichtigen Logistikbeitrag liefert – dann ist das eben weltfremd. Deutschland sitzt in Wahrheit mit im Maschinenraum dieses Krieges, nur mit der typisch deutschen Hoffnung, dabei möglichst unsichtbar zu bleiben.

Tatsächlich käme Deutschland eine andere Rolle zu. Denn ausgerechnet zum Iran unterhält Berlin traditionell bessere Beziehungen als fast jeder andere westliche Staat. Während die USA in Teheran als ewiger Gegner gelten und die Briten historisch als Kolonialmacht einen miesen Ruf haben, hatte Deutschland lange den Nimbus des nüchternen, berechenbaren Partners. Deutsche Technik, deutsche Diplomatie, deutsche Ingenieure hatten im Iran über Jahrzehnte Gewicht. Deshalb wäre deutsche Diplomatie mehr gewesen als das übliche europäische Räuspern in Richtung Deeskalation. 

Berlin könnte vermitteln, nicht als moralischer Oberlehrer, sondern als einer der wenigen westlichen Akteure, denen Teheran überhaupt noch zuhört.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.