Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich trotz allem am Donnerstag, dem 23. Juli 2026, heute mit der neuen gedruckten Weltwoche. Wir setzen uns kritisch auseinander mit der SVP und ihrem Umgang mit der Neutralitätsinitiative. Ja, da ist noch keine Ernsthaftigkeit vorhanden, da ist kein Druck auf dem Kessel. Die SVP hat Angst vor der Neutralitätsinitiative. Ja, man hat sich da die Polemik der Gegner zu eigen gemacht. Putin-Initiative. Wer für die Neutralität ist, ist für den Russen. Das ist kompletter Unsinn und das zeigt, dass in der Volkspartei das Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit der heutigen Lage noch nicht da ist. Und das ist für mich jetzt in dieser Sommerzeit in der Schweiz auffällig. Und da haben unsere Medien, unsere Politiker im Grunde diese Sorglosigkeit der Europäischen Union weitgehend übernommen. Wir stehen da eben auch mental sozusagen im Fahrwasser der EU. Die Situation in der Ukraine wird täglich gefährlicher. Ich habe darüber ein übereinstündiges Gespräch geführt, gestern in Belgrad mit dem serbischen Präsidenten Alexander Vucic. Ich schätze Alexander Vucic ausserordentlich. Er ist ein Realist, er ist klug, er ist differenziert, er redet mit Bedacht, sehr nachdenklich. Und er ist von Anfang an richtig gelegen. Als wir vor zweieinhalb Jahren das erste grosse Gespräch geführt haben, hat er in der Weltwoche klar dargelegt, diese Eskalationsdynamik ist hochgradig gefährlich und sie wird zu einem grossen Krieg in Europa führen. Und zweieinhalb Jahre später ist diese These bestätigt worden. Wir sehen es ja. Beide Seiten sind überzeugt zu gewinnen. Beide Seiten haben sich eingeredet oder müssen aus. Gründen, die sie für existenziell halten, gewinnen. Also alle wollen gewinnen, niemand will nachgeben. Und das kennen wir aus der Geschichte, wohin das führt. Und für die Schweiz gibt es jetzt nur eine Frage. Stehen wir zur Neutralität, ja oder nein? Oder bleiben wir Kriegspartei? Bleiben wir Kriegspartei, meine Damen und Herren? Wir sind es schon. Das ist der Kapitalfehler des Bundesrats. Im Februar 2022, als man die Neutralität preisgegeben hat, und die EU-Sanktionen übernommen hat. Das ist hochgradig existenziell gefährlich für die Schweiz. Und David Biener in seiner Titelgeschichte hat recht. Es geht bei der Neutralitätsinitiative nicht um Lederhosen, es geht nicht um Heidi-Folklore, es geht nicht um Alpöi-Nostalgie und alpenländische Solidarität. Es geht um Sein oder Nichtsein unseres Landes. in einer sich verändernden Geopolitik des 21. Jahrhunderts. Und die SVP, die die Partei ist in der Schweiz, die sich einem realistischen Weltbild verschrieben hat, ist hier nach unserer Auffassung noch nicht aufgewacht, nicht auf der Höhe der Gegenwart. Mutter aller Kriege, Treue, Monument der Literatur, Mecca der Archäologie, als Anlass des... Odysseus-Films von Christopher Nolan hat sich Philipp Gut in diesen Grossstoff der europäischen Geschichte vertieft. Troja, etwas vom Allerfaszinierendsten. Und Troja ist übrigens auch der Ursprung des Römischen Reichs, denn der Urgründer von Rom, sozusagen der Stammvater, Eneas, der ist ja aus Troja nach Rom gekommen. So wollte es die, oder will es immer noch, die Legende. «Frau will Baby machen», Bestsellerautorin Mirna Funk über weibliche Macht und den Kampf der Männer um Sex und Liebe. Ja, begehren und zivilisieren. «Die Kunst, ein Blatt zu sein». Ja, die Weltwoche beschäftigt sich eben auch mit diesen leicht exzentrischen Themen, mit interessanten, auch internationalen Autoren. In diesem Fall Severin Dresen, der... Weltwoche-Kolumnist und Direktor des Zürcher Zoos. Er würdigt die Riesenblattschrecke. Die muss man eben auch würdigen. Schwarzer Peter. Philipp Gut über die Affäre, die die Schweiz zumindest in der letzten Woche noch beschäftigt hat, aber eben auch diese Woche nach wie vor auch internationale Schlagzeilen wirft. Der Kindergarten in Küsnacht im Kanton Zürich am Zürichsee mit der Schwarzen-Peter-Affäre. Wer ist eigentlich der Mann, der das Ganze ins Rollen gebracht hat? Dann ein Interview mit Ulrich Sigmund, das ich geführt habe mit dem aussichtsreichen Spitzenkandidaten der AfD Sachsen-Anhalt und Gianni Infantino, meine Bilanz der Fussball-Weltmeisterschaft. In den Schlagzeilen gibt es zu reden, Selenskyj, die Regierungs- und Armeeumstellungen, die zeigen, dass eben auch da Die Jubelpropaganda in unseren Medien zwielichtig ist. Es gibt Schwierigkeiten. Natürlich hat die Ukraine Schwierigkeiten. Die Ukraine kann aus eigener Kraft diesen Krieg nicht gewinnen. Und die Schläge, die jetzt da passieren gegen Russland, die man bei uns ja als riesigen Erfolg verkauft hat, ja, wenn sie so erfolgreich wären, warum wechselt dann der ukrainische Präsident seinen Oberbefehlshaber aus? Warum wechselt er... die Spitze des Verteidigungsministeriums aus. Das zeigt ihnen einfach, dass hier komplexere Vorgänge vorhanden sind. Man muss zugutehalten, in der Schweiz wird diesen Vorgängen eine gewisse Bedeutung beigemessen. Man registriert das in den deutschen Medien, das finde ich sehr erhellend, wird das Ganze heruntergespielt. Die Sommerloch-Geschichte um Lisa Mazzone, die Bundesrat röst die das Energie- und Verkehrsdepartement. wegnehmen will. Das sind tatsächlich Sommerflautendebatten, die wir haben. Das wichtigste Thema dieses Sommers ist die schweizerische Neutralität, meine Damen und Herren. Wir reden ja schon oft darüber. US-Aussenminister Rubio droht die internationale Justiz zu zerschlagen, Stein für Stein. Das löst Empörung aus, vor allem bei den etwas links gewickelten Medien. Die USA intensivieren ihre Kampagne gegen den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Die Europäer bringen das von Neuem in Konflikt mit Donald Trump. US-Aussenminister Rubio kündigte an, den internationalen Strafgerichtshof Stein für Stein zu zerschlagen. Trump soll Xi Jinping einen Schulterschluss mit Russland vorgeschlagen haben, also Amerika, Russland und China gegen den internationalen Strafgerichtshof. Acht Richter sowie Chefankläger Kahn sind bereits mit US-Sanktionen belegt. Das ist ein sehr interessantes Thema und da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen... Bin ich ein Befürworter des internationalen Rechts und ich finde es auch richtig, dass politische Gräueltäter zur Rechenschaft gezogen werden. Und das Ideal, dass man die Gesetze des Dschungels überwindet durch Regeln zwischen Staaten, die ist richtig und das ist auch aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts heraus zu erklären, zu verstehen. und zu rechtfertigen, dass das Ganze eben versucht worden ist. Allerdings ist das internationale Recht und vor allem auch dieser internationale Strafgerichtshof auch eine Illusion, denn es kann, und das ist eben eine elementare Erkenntnis gerade unserer Gegenwart, es kann ausserhalb des Nationalstaats keinen Rechtsstaat geben. Es gibt kein staatenübergreifendes Recht, weil es eben auch keine Autorität gibt, keine überstaatliche Autorität, die dieses Recht durchsetzen kann. Es gibt Verträge, es gibt Abmachungen, selbstverständlich, Pacta und Servanda, aber es gibt über den Staaten keine mit einem Gewaltmonopol, einem legitimen Gewaltmonopol ausgestattete Autorität. Und darum ist das mit diesem Völkerrecht eine zweischneidige Sache. Es ist ein Ideal. Man sollte es nicht einfach zynisch wegwischen. Aber, und das ist... der Punkt der Wahrheit der Amerikaner heute und auch des amerikanischen Präsidenten Trump, der nicht bereit ist, die Verlogenheit des internationalen Rechts mitzumachen. Das ist mir aufgefallen, vor allem als ich an Konferenzen und Veranstaltungen teilgenommen habe, sei es in China, sei es in Russland, dass die Länder, die eben ausserhalb der westlichen Hemisphäre zu verorten sind, dass die diese internationale Regelordnung immer als etwas zutiefst zweischneidiges empfunden haben, beziehungsweise als etwas Verlogenes, dass einfach der Westen die Regeln macht, an die er sich selber nicht hält, aber alle anderen müssen sich daran halten. Trump will FIFA-Chef Infantino als nächsten UNO-Generalsekretär. Das ist auch eine originelle Idee. Ich fände das gar nicht so schlecht. Ich bin ja auch einer, der Gianni Infantino immer wieder verteidigt gegen diese Unglaubliche Wand an negativen Emotionen. Die FIFA ist eine Projektionsfläche von Kritik, dahinter steht natürlich auch der Punkt der Wahrheit, dass man beobachtet, wie sich diese Funktionäre zum Teil zu ernst und zu wichtig nehmen. Auch die Korruptionsaffären der Vergangenheit, dass da Machenschaften liefen, die Empörung ausgelöst haben, selbstverständlich. Und Verbände, Sportverbände sowieso, sind ein Prügelknabe par excellence, das habe ich schon als Sportjournalist. feststellen können. Ungeachtet all dessen, aber lesen Sie die Weltwoche, mein Plädoyer für Gianni Infantino und seine FIFA. Und jetzt also soll er geadelt werden zu UNO-Generalsekretär. Das allerdings wäre für ihn verbunden mit erheblichen finanziellen Rückschlägen. Wir dürfen als Finanzplatz nicht davon ausgehen, dass unser Spitzenplatz gesichert ist, sagt der Chef der Privatbank EFG, Giorgio Pradelli. Sehr erfolgreich unterwegs, er wird der neue Präsident der Bankier-Vereinigung und er mahnt, dass eben unser Finanzplatz keine Selbstverständlichkeit ist. Er fordert auch Marktzugang in die Europäische Union. Gut, einen teilweisen Marktzugang haben wir, aber deshalb dürfen wir nicht die gesetzgeberische Eigenständigkeit der Schweiz aufgeben. Das wäre hier noch anzumahnen. «Der Bürgerkrieg vor unserer Haustür, Attacken auf Lehrer, Messergewalt und Strassenschlachten» Ein Kommentar in der NZZ von Benedikt Neff, dem Auslandschef und begabten, relativ noch jungen Journalisten. Er gehört zur jüngeren Generation der schweizerischen Journalisten, sicherlich einer der interessantesten Schweizer Journalisten, der sich immer auch wieder durch pointierte und brillant geschriebene Kommentare hervortut. Was mich da gelegentlich irritiert, ist dieser Gestus des Universalbesserwissers. Wobei ich hier natürlich aus Erfahrung spreche. Es gibt ja nicht wenige Leute, die auch mich da immer wieder in diesem Spital als krank ansiedeln. Aber in der NZZ ist das einfach bemerkenswert, wie sie jetzt aus dem Brustton der absoluten Gewissheit diese Migrationsprobleme kritisieren. Dabei war es ja die NZZ die Jahre, wenn nicht Jahrzehnte lang diese Themen verharmlost hat. Und vor allem, wenn man auch auf die SVP losgegangen ist, die Volkspartei, die hier ja eine Vorreiterrolle gespielt hat in der Kritik, aber das hat man abgetan als Populismus. Und wenn es darum geht, wirksame Instrumente zu definieren gegen die Massenzuwanderung, vor allem auch gegen diese Missbräuche im Asylwesen, Stichwort 10 Millionen Schweiz, da ist natürlich die NZZ dann wieder auf der Barrikade dagegen. Das heißt... Eine kognitive Dissonanz oder eine journalistische Dissonanz, auf der einen Seite macht man mit, versucht man sozusagen zu kapitalisieren, zu bewirtschaften die allgemeine Empörung angesichts dieser Missstände. Auf der anderen Seite ist man dann nicht bereit, im konkreten Fall entsprechend da sich politisch auch auszusprechen. Nein, dann ist man selbstverständlich gegen. Das, was meistens eben von der SVP kommt. Der Fall im Kanton Aargau läuft weiter. Vielen Dank, ich habe dazu eine Reihe von Zuschriften bekommen. Und man muss einfach sagen, das ist schon auffällig und stossend, wie hier ohne Gerichtsbeschlüsse abzuwarten, der Hauptverdächtige geoutet und namentlich genannt wird. Meine These, dies ist ausschliesslich deshalb der Fall, weil er bei der SVP ist. Weil man das sozusagen der ganzen Partei anschmieren will, jetzt diesen Einzelfall, so denn sich diese Vorwürfe, die gravierend sind, die extrem sind, so sich die denn auch in einem Gerichtsverfahren bestätigen. Und hier nervt einfach... Diese Doppelmoral der Journalisten, die sagen, es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung, aber dann flächendeckend Bilder bringen, den Namen bringen, das ist die Unschuldsvermutung ausser Kraft gesetzt. An diesem Punkt sehen Sie die Verlogenheit der Medien. Man gibt vor, eben den Rechtsstaat hochzuhalten und gleichzeitig unterläuft man ihn. Ist das ja nichts fundamental Überraschendes. Menschen sind so. Wir missachten permanent die Massstäbe, die wir glauben einzuhalten. Aber... Wenn es gedruckt ist, wenn es geschrieben ist, wenn es in dieser Deutlichkeit aufscheint, dann muss man es auch ansprechen und beim Namen nennen. Vielen herzlichen Dank, meine Damen und Herren. Ich melde mich gleich zurück mit der internationalen Ausgabe. Ich hoffe, Sie auch dort begrüssen zu dürfen. Ich wünsche Ihnen weiterhin schöne Sommertage. Vielleicht ist das der letzte Sommer, den wir erleben in einem relativen Frieden, wo der Krieg noch weit von unseren Landesgrenzen oder weiter von unseren Landesgrenzen stattfindet. Meine Befürchtung ist, meine grosse Sorge ist, dass der Zug zur Eskalation auf Europa, auf europäische Länder, die Station bereits verlassen hat. Wir werden vielleicht darüber, werden sicher darüber auch noch in der internationalen Ausgabe sprechen. Bis gleich. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. 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