Guy Parmelin bringt für seine Nachfolge im Bundesrat drei SVP-Politikerinnen ins Gespräch: Céline Amaudruz, Esther Friedli und Natalie Rickli. Der Bundesrat plädierte bei seiner Nachfolge für einen Generationenwechsel: «Die drei Frauen, die ich erwähnt habe und über die auch die Medien sprechen, sind zwischen 45 und 49 Jahre alt, also rund 20 Jahre jünger als ich», sagte Parmelin im Interview mit dem Tagblatt. Dass er sich eine Frau als Nachfolgerin wünsche, erwähnte er hingegen nicht explizit.
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Besonders stellte sich Parmelin hinter die Genfer Nationalrätin Amaudruz. Sie sitze seit bald vier Legislaturen im Parlament, habe in den Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit sowie für Wirtschaft gearbeitet und kenne die Funktionsweise der Institutionen. «Ich kenne sie, sie ist sehr fleissig.» Auch Ständerätin Friedli habe «aussergewöhnliche Arbeit» geleistet. Als dritte mögliche Kandidatin nannte Parmelin die Zürcher Gesundheitsdirektorin Rickli, mit der er während der Corona-Krise viel zu tun hatte: «Sie hat einen guten Job gemacht.»
Vorbehalte gegenüber möglichen Kandidatinnen ärgern Parmelin. Fragen wie «Wer kümmert sich um die Kinder?» bezeichnete er als Ausdruck eines «alten, sehr konservativen Denkens». «Man sieht doch längst, was Frauen erreichen können, wenn man sie machen lässt.» Über die jüngere Generation sagte er: «Das ist eine andere Generation. Aber auch sie hat Erfahrung und macht Politik. Man muss ihr eine Chance geben.»
Im Interview wurde Parmelin auch mit Vergleichen der SVP mit der deutschen AfD und dem französischen Rassemblement National konfrontiert. «Bei uns ist es nicht dasselbe», sagte er. Die SVP sei seit Jahrzehnten in die Schweizer Regierung eingebunden und müsse nach dem Kollegialitätsprinzip pragmatische Lösungen und Mehrheiten finden.
Auf die Frage, ob das Schweizer System verhindere, dass sich die SVP zu einer Partei wie der AfD entwickle, antwortete Parmelin: «Das System verhindert Extreme. Die Kollegialität wirkt als Ausgleich gegenüber extremen Tendenzen.» Zusätzlich könnten politische Entscheide durch Referenden korrigiert werden. «Unser System ist nicht spektakulär, aber es funktioniert.»