Israel hat nach eigenen Angaben einen der letzten führenden Köpfe der Hamas in Gaza, Mohammed Sinwar, bei einem Luftangriff vermutlich getötet. Dies berichtet das Wall Street Journal. Ziel war ein unterirdischer Komplex unter dem Gelände des Europäischen Krankenhauses in Chan Yunis. «Basierend auf allen Hinweisen wurde Mohammed Sinwar getötet», sagte Verteidigungsminister Israel Katz laut einem hochrangigen israelischen Beamten in einer geschlossenen Sitzung der Knesset.
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Zeitgleich intensiviert das israelische Militär seine Bodenoffensive. Nach 670 Luftschlägen, die sich gegen militärische Infrastruktur der Hamas richteten, darunter Waffenlager und Abschussrampen für Panzerabwehrraketen, operieren nun fünf Divisionen in Nord- und Süd-Gaza. Ziel sei die vollständige Zerschlagung der Hamas, so Armeesprecher Effie Defrin. «Im Gegensatz zu früher wird diese Offensive nicht gestoppt, bevor die Hamas besiegt ist», sagte er.
Die Angriffe forderten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza binnen 36 Stunden 250 Todesopfer. Es sei unklar, wie viele davon Zivilisten oder Kämpfer seien. Die humanitäre Lage verschärft sich weiter; Israel kündigte jedoch an, nach elf Wochen Blockade wieder Hilfslieferungen zuzulassen.
Parallel bemühen sich Vermittler in Doha um eine Waffenruhe. Sowohl Israel als auch die Hamas entsandten Delegationen. Die Gespräche basieren auf einem vom US-Sondergesandtem Steve Witkoff initiierten Vorschlag: eine temporäre Waffenruhe im Austausch gegen Freilassung einiger der noch 57 in Gaza festgehaltenen Geiseln.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu signalisierte Kompromissbereitschaft, betonte jedoch, dass ein Abkommen nur mit vollständiger Freilassung aller Geiseln, Entwaffnung der Hamas und deren Exil Bestand haben könne.