Es kommt bisweilen vor, dass selbst Politiker ehrliche Momente haben. In diesen ehrlichen Momenten blickt man als Zuschauer wahlweise in einen tiefen Abgrund aus Bösartigkeit oder, was im Falle deutscher Politiker deutlich häufiger vorkommt, in eine seichte Pfütze aus grenzdebiler Naivität und beeindruckender intellektueller Schlichtheit.Etwa wenn die Bundesarbeitsministerin im Bundestag sagt, dass es, entgegen jeder Empirie, keine Einwanderung in die Sozialsysteme gebe, oder wenn die SPD-Vorsitzende beim «Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt» davon spricht, dass man die Zuwanderer nicht nur als Fachkräfte, sondern auch für die «Vielfalt» im Land brauche, weil ohne sie alles � ...