Vielfalt vor Einfalt: Zu allen Themen, die zu reden geben, nimmt sich die Weltwoche immer wieder die Freiheit heraus, andere Akzente zu setzen, unterschiedliche, hoffentlich -interessante Meinungen und Fakten zu veröffentlichen. Bestätigungsjournalismus ist die Sache der Weltwoche nicht. In dieser Ausgabe nun nimmt der schwergewichtige amerikanische Aussenpolitiker und Publizist Robert Kagan, Vordenker der Neokonservativen, dezidiert Stellung. Im Gespräch mit Urs Gehriger beschreibt Kagan die USA unter Präsident Trump als «Schurken-Supermacht». Der Mann, der seinerzeit den Irakkrieg unterstützt hat, zerzaust den Iran-Krieg als schweren Fehler, als verhängnisvollen Irrweg. Den Ukraine-Konflikt sieht er als Folge des russischen Imperialismus. Die Behauptung, der Westen habe entscheidende Fehler gemacht, insbesondere mit der Nato-Osterweiterung, weist er zurück. Seite 12
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Der profilierte Journalist Ralf Schuler erkennt im Interview mit Roman Zeller in der Bundesrepublik Tendenzen, die ihn «an die Endphase der DDR erinnern». Befragt über sein Urteil nach einem Jahr Kanzlerschaft von Friedrich Merz (CDU), wirft er die Frage auf, ob es sich nicht schon um eine Endbilanz handle. Die Reformen der Koalition kommen laut Schuler nicht voran, die Unternehmer haben das Vertrauen verloren, die Union liegt gemäss Umfragen im Keller, und Merz ist als Person erst recht unbeliebt. Es gibt aber auch Lichtblicke: Ralf Schuler beurteilt Merz als unverbogen, als jemanden, der sagt, was er für richtig hält. Der Kanzler werde aber allzu oft Opfer seiner rhetorischen Brillanz. Er ramme Sätze, wie in Granit gehauen, in den Raum, deren Inhalt er dann aller-dings nicht durchsetze. Seite 20
Ben Berndt spielt in der absoluten Top-Liga der Podcaster in Deutschland. Millionen hängen dem 41-jährigen Kölner und dessen Gästen an den Lippen. Seine oft mehrstündigen Talkshows werden langsam zur Bedrohung für die öffentlich-rechtlichen Sender. Er führe ganz normale Gespräche, meint Ben Berndt im Gespräch mit der Weltwoche, und erreicht damit als Unternehmer einen siebenstelligen Jahresumsatz. Er will weder sein Studio («Rumpelkammer») aufpeppen noch sich verbiegen. «Podcaster» lautet die Berufsbezeichnung, die ihm am meisten behagt. Sein Erfolgskonzept ist denkbar einfach: «Ich lade Leute ein, spreche mit ihnen und lade das Video dann hoch. Punkt.» Seite 28
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