Es gibt zwei Arten von Schweizern, wenn es ums Abstimmen geht. Die einen füllen ihren Wahlzettel in der Unterhose am Küchentisch aus. Sie trinken einen Schluck lauwarmen Kaffee, machen drei hastige Kreuze oder schreiben ein «Nein», und auf dem Weg zum Altglascontainer werfen sie das Stimmcouvert in den Briefkasten. Das Abstimmen hat hier die emotionale Tiefe einer Onlinebestellung bei Zalando. Mein Freund Bruno gehört zur anderen Sorte. Er geht noch an die Urne. Physisch. Er zieht dafür extra seinen Anzug für Beerdigungen an, einen anderen hat er nicht. Bruno will den Akt des Abstimmens zelebrieren, will spüren, wie das Schicksal der Nation buchstäblich in seinen Händen liegt. A ...