Die von Russland eingesetzten Behörden haben auf der annektierten Halbinsel Krim den Ausnahmezustand verhängt. Der russische Gouverneur Sergei Aksjonow erklärte, die Massnahme solle die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der jüngsten ukrainischen Angriffe erleichtern. Zuvor hatte er von Stromausfällen infolge der Attacken berichtet.
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Nach Angaben der russischen Behörden wurden der Tourismus sowie Ferienlager für Kinder bis September ausgesetzt. Als Gründe nannten sie Treibstoffmangel und Sicherheitsbedenken. Bereits seit dem 21. Juni verkaufen Tankstellen auf der Krim keinen Treibstoff mehr an Privatpersonen und Unternehmen. Kiew verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, die von Russland seit 2014 besetzte Halbinsel zu isolieren. Dabei greift die Ukraine insbesondere militärische Einrichtungen sowie die Öl- und Energieinfrastruktur an, um die russische Kriegslogistik und Finanzierung zu schwächen.
In der Nacht auf Freitag meldete das russische Verteidigungsministerium einen der bislang grössten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn des Krieges. Nach russischen Angaben wurden 660 Drohnen über zwölf Regionen, der Krim sowie dem Asowschen und dem Schwarzen Meer abgefangen. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich. In der Region Tula wurden nach Behördenangaben eine Hochspannungsleitung, ein Industriebetrieb und ein Wohnhaus beschädigt, eine Frau wurde verletzt. Das unabhängige russische Medium Astra berichtete zudem über Angriffe auf eine Chemiefabrik und ein Wasserkraftwerk in Nowomoskowsk, eine offizielle Bestätigung dafür liegt nicht vor.
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russisches Territorium und die besetzte Krim in den vergangenen Monaten deutlich ausgeweitet. Ziel ist es, die Nachschubwege der russischen Armee zu stören und die militärische Infrastruktur hinter der Front unter Druck zu setzen.