Deutschland weitet seine Unterstützung für die Ukraine noch einmal deutlich aus: Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Besuch in Kiew mehr als eine Milliarde Euro für neue Waffen sowie weitere 350 Millionen Euro für die Energieversorgung zugesagt. Im Mittelpunkt stehen Drohnen, Luftabwehr und Waffen mit grösserer Reichweite. Sie sollen der Ukraine helfen, russische Angriffe nicht erst über den eigenen Städten abzuwehren, sondern bereits deren Ausgangspunkte zu bekämpfen.
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Merz begründete die neuen Zusagen mit den anhaltenden russischen Angriffen. Kurz vor dem fünften Kriegswinter würden Wohnhäuser, Städte und Heizkraftwerke bombardiert. «Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns», sagte der Kanzler. Deutschland müsse die Ukraine deshalb weiter unterstützen.
Besonders dringend ist aus Sicht Berlins der Schutz vor einer neuen Generation russischer Angriffsdrohnen. Diese fliegen schneller und höher und sind für die ukrainische Luftabwehr schwieriger abzufangen. Deutschland will deshalb die Produktion spezieller Abfangdrohnen beschleunigen. Sie sollen in der Ukraine hergestellt werden und bereits im kommenden Winter zur Verfügung stehen.
Gleichzeitig soll Kiew zusätzliche Luftabwehrraketen, Satellitentechnik und Waffen erhalten, mit denen Abschussstellungen in Russland bekämpft werden können. Deutsche und ukrainische Rüstungsunternehmen vereinbarten dazu eine Reihe gemeinsamer Projekte. Selenskyj bezifferte deren mögliches Gesamtvolumen auf 8,5 Milliarden Euro; deutsche Regierungskreise sprechen von 6,5 Milliarden Euro. Es handelt sich dabei allerdings teilweise um Absichtserklärungen und nicht um die jetzt zugesagte direkte Staatshilfe.
Auch die Energieversorgung wird zum Schwerpunkt. Deutschland stellt 350 Millionen Euro für Generatoren, Umspannanlagen und die Stabilisierung des Stromnetzes bereit. Damit soll verhindert werden, dass russische Angriffe im Winter grossflächige Strom- und Heizungsausfälle verursachen.
Wie unmittelbar der Krieg den Besuch überschattete, zeigte sich in Kiew selbst: Dreimal wurde während Merz’ Aufenthalt Drohnenalarm ausgelöst, eine russische Drohne traf eine Brücke. «Wir lassen uns auch nicht einschüchtern durch einen Drohnenangriff», sagte Merz. Trotz wachsender Kritik an den Ukraine-Hilfen in Deutschland stellte er damit klar, dass Berlin seinen Kurs vorerst nicht ändern will.