Hartmuth Attenhofer, früherer Präsident des Zürcher Kantonsrats und ehemaliges SP-Mitglied, fordert in einem Weltwoche-Gastbeitrag den Rücktritt des SP-Co-Präsidenten Cédric Wermuth. Dieser hat in seinen Augen den Bezug zur Basis und den Arbeitern verloren.
Der SP-CO-Präsident aber sieht das anders. Auf inhaltliche Kritik geht er erst gar nicht ein. Über die Angriffe Attenhofers schrieb Wermuth am Freitag auf Bluesky:
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
«Dieses Jahr haben bereits die ‹Schweizerzeit› (ja, gibts noch) und die ‹Weltwoche› meinen Rücktritt gefordert. Finde falls vor den Sommerferien noch was aus der rechten Schmuddelecke dazu kommt, NZZ oder Nebelspalter zum Beispiel, hätte ich ne Medaille oder mindestens eine kleine Urkunde verdient.»
Guter Humor? Oder was genau will Wermuth sagen? Seine Reaktion verdeutlicht: Attenhofer trifft mit seiner Kritik («Die Linke muss ihre Arroganz herunterfahren») den Nagel auf den Kopf. An Arroganz ist Wermuths Antwort kaum noch zu überbieten.
Dem SP-Co-Chef, der sich den Kampf gegen das Patriarchat auf die Fahnen geschrieben hat, wirft Attenhofer vor, eine «antifeministische» Politik zu betreiben. Der SP-Politiker habe 2023 bei den Wahlen Ständeratskandidatin Yvonne Feri aus dem Rennen genommen. Zudem herrsche er als Co-Präsident der Partei jetzt de facto im Alleingang, weil es mit der krankgeschriebenen Co-Präsidentin Mattea Meyer «krach» gebe. Dissens, so die Einschätzung Attenhofers, akzeptiere der starke Mann der SP immer weniger. Am jüngsten Parteitag etwa cancelte Wermuth Ständerat Daniel Jositsch beim Thema Landesverteidigung. Es sind happige Vorwürfe von Attenhofer. Höchste Zeit für Wermuth, diese zu entkräften, müsste man meinen. Den SP-Co-Chef aber lässt die Kritik kalt.