Mutmasslich russischer Marschflugkörper schlägt in Polen ein – Merz verurteilt Vorfall als Zeichen der «Eskalationsbereitschaft» Moskaus
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Mutmasslich russischer Marschflugkörper schlägt in Polen ein – Merz verurteilt Vorfall als Zeichen der «Eskalationsbereitschaft» Moskaus

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Mutmasslich russischer Marschflugkörper schlägt in Polen ein – Merz verurteilt Vorfall als Zeichen der «Eskalationsbereitschaft» Moskaus
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Der Ukraine-Krieg hat erneut Nato-Gebiet erreicht: Ein mutmasslich russischer Marschflugkörper ist in der Nacht auf polnischem Staatsgebiet eingeschlagen. Polens Regierung geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt. Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte den Vorfall auf X als Zeichen «russischer Rücksichtslosigkeit und Eskalationsbereitschaft». Zugleich kritisierte er die nächtlichen russischen Angriffe auf die Ukraine, bei denen nach ukrainischen Angaben mindestens acht Menschen getötet wurden.

CLEMENS BILAN / KEYSTONE
epa13139953 German Chancellor and Chairman of the Christian Democratic Union (CDU) Friedrich Merz attends a press conference following a special session of the CDU/CSU parliamentary group at the German parliament Bundestag in Berlin, Germany, 29 July 2026
CLEMENS BILAN / KEYSTONE

Nach Angaben der polnischen Streitkräfte drang das Flugobjekt während eines massiven russischen Luftangriffs auf die Westukraine in den polnischen Luftraum ein. Später wurde die Absturzstelle nahe dem Dorf Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin gefunden, rund 95 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Ein F-16-Kampfjet war zur Identifikation des Objekts gestartet, verlor dieses jedoch vom Radar. Ein Hubschrauber entdeckte anschliessend einen rund zehn Meter breiten Krater sowie verstreute Trümmerteile. Menschen kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden. Die Untersuchungen zur eindeutigen Identifizierung des Flugkörpers dauern an.

Ministerpräsident Donald Tusk sprach dennoch von einem «schwerwiegenden Vorfall». Alles deute auf einen russischen Marschflugkörper hin, auch wenn die laufenden Untersuchungen abgewartet würden. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz bezeichnete die Nacht als ausserordentliche Belastungsprobe für die polnische Luftverteidigung. Die Armee sei bereit gewesen, das Flugobjekt abzuschiessen. Auch die ukrainische Führung machte Russland für den Vorfall verantwortlich.

EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer «inakzeptablen Verletzung des Luftraums der Europäischen Union» und bekräftigte die Unterstützung der Ukraine. Der Einschlag erfolgte während einer der schwersten russischen Angriffswellen der vergangenen Monate. Nach ukrainischen Angaben wurden Städte im ganzen Land mit Raketen und Drohnen angegriffen. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben, mehr als ein Dutzend wurden verletzt. Besonders schwer getroffen wurde Krywyj Rih, wo nach Berichten sechs Menschen, darunter zwei Kinder, starben. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Vortag vor einem unmittelbar bevorstehenden Grossangriff gewarnt und seine westlichen Partner erneut aufgefordert, zusätzliche Patriot-Flugabwehrsysteme bereitzustellen.

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