Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), plant offenbar, seinen langjährigen Kommunikationsstrategen Udo Zolleis auf einen neu geschaffenen Direktorenposten im Europäischen Parlament zu befördern. Das berichten drei mit dem Vorgang vertraute Personen dem Portal Euractiv.
Zolleis, ein bayerischer Politikberater und Chef der Strategieeinheit der EVP-Fraktion, gilt als Schlüsselfigur hinter Webers politischem Kurs. Er war nicht nur dessen Sprecher, sondern trieb auch die umstrittene Öffnung der EVP zur rechtskonservativen EKR-Fraktion von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni voran.
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Im Oktober wurde im Forschungsdienst des Parlaments (DG EPRS) eine neue Direktion für «Wissenschaft, Forschung und Zukunftsfragen» geschaffen. Offiziell handelt es sich laut Parlamentsverwaltung um eine Umstrukturierung. Intern mehren sich Zweifel: Ein früherer EU-Beamter sagte, der neue Bereich sei «wahrscheinlich geschaffen worden, um ihm einen Posten zu verschaffen». Der Direktorenposten würde mit mindestens 18.000 Euro monatlich vergütet, zuzüglich eines Frankreich-Zuschlags von 114 Prozent auf Grund der Ansiedlung in Strassburg.
Offiziell heisst es von Seiten des Parlaments, dass alle Positionen neutral und durch reguläre Verfahren besetzt würden. In der Realität gelten viele der rund 8.000 Stellen in der Parlamentsverwaltung als politisch motiviert vergeben.