Philosoph und Buchautor Richard David Precht hält Gespräche mit der AfD langfristig für unvermeidbar und rechnet damit, dass die sogenannte Brandmauer der Union zur Partei nicht dauerhaft Bestand haben wird. Im Podcast «Apokalypse und Filterkaffee» sagte Precht mit Blick auf die Äusserungen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer: «Ich glaube, dass die Notwendigkeit, mit der AfD zu reden, besteht.» Dies berichtet Nius.
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Precht erklärte, die Brandmauer sei von Beginn an keine dauerhafte Lösung gewesen. Angesichts der Wahlergebnisse der AfD, insbesondere in Ostdeutschland, werde sich die Frage einer Zusammenarbeit früher oder später stellen. Sollte die Partei in einem Bundesland Regierungsverantwortung übernehmen, werde sich zeigen, ob die befürchteten politischen Entwicklungen tatsächlich einträten. Dies könnte aus seiner Sicht auch die Debatte innerhalb der CDU über den künftigen Umgang mit der AfD beeinflussen.
Für den Fall, dass die AfD bei einer Bundestagswahl stärkste Kraft werde, hält Precht Überlegungen zu einer Zusammenarbeit innerhalb der Union für wahrscheinlich. Ob daraus eine Koalition entstehen könne, hänge jedoch von den inhaltlichen Forderungen der AfD ab. Sollten diese «völkische oder rassistische Elemente» enthalten, könne die CDU einen Koalitionsvertrag nicht unterschreiben.
Grundsätzlich sollten zwischen demokratisch legitimierten und nicht verbotenen Parteien Gespräche möglich sein, sagte Precht. Zugleich warnte er davor, AfD-Wähler aus dem gesellschaftlichen Diskurs auszuschliessen. Nach seiner Einschätzung sei es «eine Frage der Zeit», bis die Brandmauer falle.