Fussball-Weltmeisterschaften seien stets von Affären und Skandalen begleitet gewesen, schreibt der britische Economist. Demnach zieht sich der Verdacht von Manipulation, Begünstigung und Machtpolitik seit der ersten WM 1930 durch die Geschichte des Wettbewerbs. Bereits die WM 1934 in Italien steht bis heute im Schatten von Spekulationen, wonach das Regime von Benito Mussolini Einfluss auf Schiedsrichter genommen haben könnte. Beweise dafür gibt es nicht, die Zweifel sind jedoch nie ganz verstummt.
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Auch spätere Turniere lieferten Stoff für Kontroversen: In England 1966 warfen mehrere lateinamerikanische Mannschaften den Organisatoren vor, europäische Teams bevorzugt zu haben. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea beklagten wiederum Italien und Spanien umstrittene Schiedsrichterentscheide zugunsten der Gastgeber. Hinzu kamen Vorwürfe über eingebürgerte Spieler, politische Einflussnahme und sogar Gerüchte über gezielte Vergiftungen gegnerischer Akteure.
Im Zentrum vieler Debatten steht die Fifa selbst. Der Weltverband verwaltet Milliardenbeträge aus Fernsehrechten, Sponsoring, Ticketverkäufen und Vermarktung. Für das laufende Jahr erwartet die Organisation Einnahmen von rund 8,9 Milliarden Dollar. Ein erheblicher Teil der Gelder fliesst an die 211 nationalen Verbände und die kontinentalen Dachorganisationen.
Besonders schwer erschütterte der Korruptionsskandal von 2015 die Fifa. Ermittlungen amerikanischer und schweizerischer Behörden führten zu zahlreichen Anklagen gegen Funktionäre. Der damalige Präsident Sepp Blatter trat zurück. Sein Nachfolger Gianni Infantino versprach Reformen, sieht sich jedoch weiterhin mit Kritik an Transparenz, Machtstrukturen und politischer Nähe zu Staatschefs konfrontiert.