Die SVP soll bei der Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin nicht gezielt nach einer Frau suchen. Das fordert Rita Fuhrer, die bis heute einzige Frau, welche die SVP-Fraktion offiziell für den Bundesrat nominiert hat. «Nein, diese Zeit ist vorbei. Es muss einfach die am besten geeignete Persönlichkeit sein», sagt die frühere Zürcher Regierungsrätin in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger.
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Fuhrer geht noch weiter. Auf die Frage, ob sie ein Problem damit hätte, wenn nur eine oder gar keine Frau mehr im Bundesrat vertreten wäre, antwortet sie: «Aber nein, ich hätte kein Problem damit. Dafür gibt es ein paar Jahre später vielleicht eine Frauenmehrheit.» Sie habe selbst nie den Anspruch gehabt, «irgendetwas zu werden, nur weil ich eine Frau bin».
Fuhrer weiss aus eigener Erfahrung, wie die SVP ihre Bundesratskandidaten auswählt. Im Jahr 2000 nominierte die Partei sie gemeinsam mit dem Thurgauer Roland Eberle. Gewählt wurde jedoch der Berner Samuel Schmid, der nicht zum offiziellen SVP-Ticket gehörte. Fuhrer vermutet dahinter vor allem Widerstand von links: «Ich gehe davon aus, dass vor allem die SP und die Grünen mich schliesslich als SVP-Bundesrätin verhinderten.» Sie habe damals konsequent die Positionen ihrer Partei vertreten und den anderen Parteien in den Hearings keine politischen Zugeständnisse versprochen.
Auch 2022, als Fuhrer die Findungskommission der Zürcher SVP für die Nachfolge von Ueli Maurer präsidierte, spielte das Geschlecht nach ihrer Darstellung keine Rolle. Die Kommission nominierte Hans-Ueli Vogt. «Wenn sich herausgestellt hätte, dass eine Frau unsere Ansprüche an einen Kandidaten am besten erfüllt, hätten wir sie selbstverständlich nominiert», sagt Fuhrer.
Dass die SVP seither keine weitere Frau offiziell für den Bundesrat nominiert hat, führt sie unter anderem auf familiäre Belastungen des Amtes zurück. Früher habe sie Parteikollegen zwar noch darauf hinweisen müssen, «dass dazu auch eine Frau fähig ist». Diese Zeiten seien jedoch vorbei: «Heute zählen in unserer Partei die üblichen Wahlkriterien und nicht einfach nur das Geschlecht.»