Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum zehnten Jahrestag des Anschlags am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) einen entschlossenen Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus gefordert. Bei der Gedenkveranstaltung am Mittwoch in München erinnerte er an die neun Todesopfer des Anschlags und erklärte, über Ursachen und Folgen solcher Verbrechen dürfe nicht geschwiegen werden. Der rechtsterroristische Hintergrund der Tat sei erst Jahre später eindeutig anerkannt worden.
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Steinmeier betonte, der Täter habe seine Opfer nicht gekannt, sondern sie aufgrund einer rassistischen Ideologie gezielt ausgewählt. «Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund. Das macht uns aus», sagte der Bundespräsident. Wer die Menschenfreundlichkeit der Gesellschaft bewahren wolle, müsse jeder Form von Menschenfeindlichkeit entgegentreten.
Auch Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause erinnerten an die Opfer und deren Angehörige. Aigner räumte ein, dass diese lange um Anerkennung und Aufklärung hätten kämpfen müssen. Krause bezeichnete eine rechtsextreme, rassistische und antisemitische Ideologie als Ursache der Tat und forderte Konsequenzen aus Versäumnissen staatlicher Stellen.
Am 22. Juli 2016 hatte der damals 18-jährige Täter am OEZ acht Jugendliche und eine Erwachsene erschossen und sich anschliessend selbst getötet. Die Behörden stuften die Tat zunächst als Amoklauf ein. Erst 2019 bewertete das Bayerische Landeskriminalamt den Anschlag als rassistisch motivierten Rechtsterrorismus. Die Angehörigen fordern weiterhin einen Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag.