Bundesrat Martin Pfister will nach der F-35-Kampfjet-Affäre weitere Rüstungsprojekte durchleuchten. Personelle Konsequenzen seien nicht ausgeschlossen. Vorgängerin Amherd nimmt der Verteidigungsminister in Schutz
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Bundesrat Martin Pfister will nach der F-35-Kampfjet-Affäre weitere Rüstungsprojekte durchleuchten. Personelle Konsequenzen seien nicht ausgeschlossen. Vorgängerin Amherd nimmt der Verteidigungsminister in Schutz

Der neue Verteidigungsminister Martin Pfister nimmt im Interview mit der NZZ am Sonntag Stellung zur Kostenexplosion beim F-35-Kampfflugzeug-Kauf. Die Schweiz hatte mit den USA einen vermeintlichen Festpreis für 36 Jets vereinbart. Nun drohen Zusatzkosten von bis zu 1,35 Milliarden Franken.

Pfister erklärt, er sei am 11. Juni erstmals konkret über Mehrkosten informiert worden. «Zuvor war ich nur orientiert worden, dass die USA den Festpreis in Frage stellen.» Kritiker werfen seiner Vorgängerin Viola Amherd Leichtgläubigkeit vor. Pfister kontert: «Ich verstehe nicht ganz, dass man ihr vorwirft, einen besseren Preis als üblich ausgehandelt zu haben.»

© KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Bundesrat Martin Pfister, Mitte, spricht neben alt Bundesraetin Viola Amherd, links, an der Delegiertenversammlung der Mitte Partei, am Samstag, 28
© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Die Festpreis-Vereinbarung sei juristisch gültig, so Pfister. Zwei Gutachten und die US-Botschaft stützten diese Sicht. Dennoch könne man den Vertrag mit einem anderen Staat nicht einklagen. Das sei ein grundsätzliches Problem, räumt Pfister ein. Man müsse in Zukunft «vielleicht weniger versprechen».

Der Minister schliesst nicht aus, dass die Schweiz weniger als 36 Jets erhält. «Ich werde jedenfalls den Volksentscheid respektieren, der höchstens 6 Milliarden freigegeben hat.»

Ob das Luftverteidigungskonzept angepasst werden muss, wird geprüft – nicht nur wegen der F-35-Krise, sondern auch wegen des Ukraine-Kriegs: «Wir werden uns grundlegend mit unserer Verteidigungsfähigkeit auseinandersetzen müssen.»

Weitere Rüstungsprojekte wie die Aufklärungsdrohnen und das Digitalisierungsprogramm der Armee bereiten ebenfalls Sorgen. Ein Abbruch des Drohnenprojekts sei möglich. Pfister will in allen Fällen «offen informieren» und «Vertrauen mit Transparenz zurückgewinnen».

Personelle Konsequenzen seien nicht ausgeschlossen: «Ich lasse alle siebzehn Topprojekte aufarbeiten und werde dafür geradestehen.»

Bezüglich Neutralität betont Pfister die Notwendigkeit von Flexibilität: «Die Neutralität hat geholfen, innerschweizerische Konflikte zu entschärfen – sie braucht eine gewisse Beweglichkeit in der Anwendung.» Der Bundesrat lehne daher eine rigide Verankerung ab.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 04.08.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.