Aus dem nebligen Dunkel bricht ganz leise der Tag an. In den tiefen Wäldern und breiten Tälern habe ich diese Herbststunden in aller Frühe besonders gern. Wenn die Dunkelheit weicht und der Wald erwacht, liegt eine unendliche Stille über der Natur. Eine Stille, die man in unserer lauten Welt kaum mehr findet. Kein Laut der Zivilisation, keine Menschenstimme, kein Verkehr macht irgendein Geräusch.
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«Im Wald und auf der Heide, da such' ich meine Freude, ich bin ein Jägersmann!», so haben wir Kinder früher gesungen. Ich liege auf der Pirsch, und die Kälte kriecht langsam unter die Jacke. Doch das spürt man kaum.
Man lauscht. Man beobachtet. Jedes Knacken eines Zweiges, jeder Ruf eines Vogels wird wichtig. Das ist für mich die reinste Form der Meditation. Der Kopf wird frei, die Gedanken ordnen sich ganz von selbst. Man schaut nicht auf die Uhr. Man ist einfach da.
Viele glauben ja, bei der Jagd gehe es nur ums Erlegen. Was für ein Irrtum! Das Naturerlebnis steht über allem. Das Beobachten, wie das Wild vorsichtig aus dem Dickicht tritt, das Zusammenspiel von Licht und Schatten im morgendlichen Wald – das ist das eigentliche Geschenk.
Ob am Ende ein Schuss fällt oder nicht, ob Beute gemacht wird: Es ist ganz gleich. Ein erfolgreicher Jagdtag bemisst sich nicht in Trophäen, sondern in der inneren Ruhe, die man mit nach Hause nimmt. Man spürt das Leben wieder in seiner ganzen Ursprünglichkeit.
Wenn ich dann nach Stunden im Wald den Rückweg antrete, bin ich dankbar. Dankbar für diese Natur, für diese Stille und für das Privileg, ein Teil davon zu sein. Es ist diese Kraft aus der Natur, die uns Menschen erdet und zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.