Der Konflikt um den Sparkurs bei Volkswagen spitzt sich zu. Nach einer Aufsichtsratssitzung hat der Betriebsrat Konzernchef Oliver Blume ein Ultimatum gestellt und ihm vorgeworfen, die Belegschaft über mögliche Stellenstreichungen und Werksschliessungen im Unklaren zu lassen. «Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten», erklärte Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Darüber berichtet die Welt.
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Auslöser des Streits ist der von Blume vorgestellte Sparkurs. Volkswagen will die Modellpalette ausserhalb Chinas bis 2035 um rund die Hälfte verkleinern, die Zahl der Ausstattungs- und Technikvarianten deutlich reduzieren und die weltweite Produktionskapazität auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr senken. Konkrete Angaben zu einem möglichen Stellenabbau oder zu Werksschliessungen machte der Vorstand jedoch nicht.
Der Betriebsrat verlangt nun, dass Blume noch vor Beginn der Werksferien öffentlich Stellung bezieht. Andernfalls kündigte die Arbeitnehmervertretung konzernweite ausserordentliche Betriebsversammlungen nach der Sommerpause an. «Es ist unverantwortlich, die Belegschaft im Unklaren zu lassen und so in die Ferien zu schicken», erklärte Cavallo.
Nach Informationen der Welt fand Blumes Vorlage im Aufsichtsrat zunächst keine Mehrheit. Demnach verweigerten die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen ihre Zustimmung. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), dessen Land 20 Prozent der Stimmrechte hält, sprach sich erneut gegen Werksschliessungen aus und erklärte, diese seien «keine Zukunftsstrategie für Volkswagen». Entscheidungen über mögliche Standortschliessungen oder weiteren Stellenabbau wurden deshalb vertagt.
Bis Jahresende werden weitere Aufsichtsratssitzungen erwartet, auf denen über die konkrete Umsetzung der Sparpläne entschieden werden dürfte.