Während Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Solidaritätsbesuch in Kiew ist, hat eine russische Drohne eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt getroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete am Samstagmorgen einen Einschlag auf der Fahrbahn der Nordbrücke. Zuvor war in Kiew Drohnenalarm ausgelöst worden. Trümmer eines abgeschossenen Flugobjekts fielen zudem auf das Dach eines Wohnhauses.
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Merz war am Morgen mit dem Zug in Kiew eingetroffen. Nach der im Welt-Bericht veröffentlichten Chronologie erreichte er um 6.25 Uhr den Hauptbahnhof. Um 9.04 Uhr wurde Drohnenalarm ausgelöst, eine halbe Stunde später der Einschlag auf der Nordbrücke gemeldet. Auch andere Landesteile wurden angegriffen. In der nordöstlichen Region Sumy wurden nach Behördenangaben fünf Menschen verletzt, als eine russische Gleitbombe ein Wohnhaus traf.
Merz verurteilte die Angriffe und wandte sich direkt an den russischen Präsidenten: «Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf.» Deutschland sei zu Gesprächen über ein Kriegsende bereit. «Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören», sagte der Kanzler.
Der Sicherheitsexperte Nico Lange wertete den Angriff während des Kanzlerbesuchs gegenüber «Welt TV» als gezielte Machtdemonstration. «Die Russen versuchen, die Unterstützer der Ukraine einzuschüchtern», sagte er. Die Nordbrücke könne mit den eingesetzten Drohnen zwar nicht zerstört werden, ein Angriff könne aber die wichtige Verbindung zwischen den beiden Ufern Kiews stören.
Merz will der Ukraine bei seinem Besuch weitere deutsche Unterstützung zusichern, darunter Drohnen zur Abwehr russischer Flugobjekte. Mit ihm reiste auch eine Wirtschaftsdelegation um Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Im Mittelpunkt stehen neben der Luftverteidigung das ukrainische Energiesystem und die Vorbereitung auf den Winter.