Je klüger, desto weniger Sex?
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Inhalt
Diese Woche
Rudolf Brandner
Platon in Israel
Pierre Heumann
«Meine Hoffnung ist, dass diese Tragödie uns vereint»
Amy Holmes
Angst vor Hamas-Sympathisanten
Julie Burchill
Haarschnitt und Ehre
Rahel Senn
Von Singapur lernen
Roger Köppel
Verteidigung des Verteidigens
Stefan Baron
150 Millionen Afrikaner in Europa?
Sarah Pines
Geschichtssprecherin der Nation
Marcel Odermatt
Evi Allemann und der Geheimplan der Juso
Milosz Matuschek
Massenwahn und Methode
David P. Goldman und Uwe Parpart
Hoffnung aus China
Wolfgang Koydl
Lob der Ratte
Anabel Schunke
Wo ist der Respekt geblieben?
Mathias Döpfner
«Eine herzzerreissende Entscheidung»
Urs Gehriger
297 Leichen komplett verunstaltet
Tamara Wernli
Je klüger, desto weniger Sex?
Weltwoche
Langdon Hammer
Louise Glück (1943–2023)
Wolfgang Koydl
Martti Ahtisaari (1937–2023)
Christopher Caldwell
Polens Aufstand der Eliten
Literatur und Kunst
Michael Bahnerth
Ikone der Woche
Kurt Steinmann
Anschreiben gegen das Friedhofgebiet
Sylvie-Sophie Schindler
Verrat an der Tochter
Cora Stephan
«Hochrahmige» Informanten
Peter Ruch
Die Linke braucht «Flüchtlinge»
Julie Burchill
Becks und Posh
Walter Hollstein
Inflationäre Quizshows
David Schärer
Im Zweifel nein
Leben heute
Linus Reichlin
Hohe Randsteine
Mark Van Huisseling
Meine Dünnen und Reichen
Dania Schiftan
Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein
Wolfgang Koydl
Messner, Scholz, Biden, Lindner, Schwarzer, Yousaf, Meyer-Landrut
Ralf Schuler
Deutschland im Herbst
Weltwoche
Ampel im Elend: Kann Olaf Scholz das Steuer herumreissen? Asyl-Chaos: Was Singapur besser macht, Christopher Caldwell über Polen, Hermann Burger: Anschreiben gegen das Friedhofgebiet
Wolfgang Koydl
Meine Boote, deine Boote
Roger Köppel
Israels gerechter Krieg gegen die Hamas
Matthias Matussek
Lieber Richard David Precht
Weltwoche
Die Hamas und die Haltung
Anabel Schunke
Hurra, hurra, das Bürgergeld ist da
Matthias Matussek
Virtuos geigt er der Regierung die Meinung
Je klüger, desto weniger Sex?

Tamara Wernli

Je klüger, desto weniger Sex?

Männer mit hohem IQ haben es offenbar schwerer, Frauen für erotische Abenteuer zu gewinnen.

Überdurchschnittlich intelligente Männer haben anscheinend Mühe, Frauen für sich zu begeistern, wenn es in Kennenlernsituationen um sexuelles Interesse geht. Diese These haben zwei Herren in einem Podcast geäussert. Sie argumentieren, dass der «weniger intelligente» Mann der attraktiven Frau an Orten wie Bars oder Klubs einfach sein Interesse bekundet – in dem Moment zähle nur, wie er sich gerade fühle und was er tun werde, und damit habe er Erfolg. Anders als die Hochintelligenten: «Männer mit hohem IQ denken zu viel darüber nach: ‹Ich habe all diese Blogs und sechs Bücher übers Kennenlernen gelesen, habe mich informiert, wie ich mich dieser Frau am besten nähere› – und all das zischt in dem Moment in ihrem Kopf herum.» Das analytische Denken, das diesen Typ Mann in allen anderen Lebens- oder Arbeitssituationen voranbringe, sei beim Annähern an eine Frau der falsche Weg. Sie würden nicht verstehen, dass sie damit kein sexuelles Interesse erzeugten, sondern nur mit emotionalem Denken.

Illustration: Fernando Vicente
Je klüger, desto weniger Sex?
Illustration: Fernando Vicente

Das ist interessant. Und ja, übermässige Logik und analytisches Denken helfen tatsächlich oft nicht, wenn es um Frauen geht, denn diese funktionieren nicht immer nach reiner Logik. Darum sollte man in Kennenlernsituationen das, was Frauen sagen, auch nicht immer wörtlich nehmen. Vieles ist flirtend gemeint oder nicht ganz ernst.

In Kennenlernsituationen sollte man das, was Frauen sagen, nicht immer wörtlich nehmen.

Weiter ist in solchen Situationen oft Smalltalk gefragt. Hochintelligenten Männern liegt Smalltalk wohl eher nicht, manche von ihnen sind vielleicht nicht ausserordentlich erfolgreich im socializing. Häufig sind sie in sehr kopflastigen und analytisch fordernden Berufen wie dem Programmieren tätig, in denen man sich eher weniger mit Mitmenschen austauscht, viel mehr mit dem Computer kommuniziert. Oft arbeiten in solchen Domänen kaum Frauen; beim Smalltalk fehlt dann schlicht die Übung. Möglicherweise wirkt man darum manchmal etwas unbeholfen, vielleicht auch unsicherer im Vergleich mit einem Bartender, der es gewohnt ist, sich ständig mit den Ladys zu unterhalten. Es hängt wohl mit dem Wesen, aber auch mit dem Ort zusammen, wo man sich im Alltag aufhält. Ausserdem, so mancher, der im Besitz perfekter socializing skills ist, spricht zwar viel, sagt dabei aber nichts Essenzielles oder erzählt Unsinn. Gut möglich, dass sich der analytischen Person dabei die Nackenhaare aufstellen wie bei einer Katze, wenn sie einen Hund erspäht, und sie nach fünf Minuten am liebsten flüchten oder zumindest Dinge erklären und richtigstellen will. Nichts gegen mansplaining, nur ist in solchen Situationen weder Erklären gefragt noch die Rolle des Problemlösers.

Möglicherweise fällt es sehr intelligenten Menschen teils auch schwer, über Belanglosigkeiten zu sprechen. Dazu passt das Konzept der social battery: Es gibt Leute, deren Batterien sich durch soziale Interaktionen aufladen. Sie blühen im Gespräch mit anderen völlig auf, brauchen diese. Und es gibt jene, die kostet es Energie, gesellig zu sein. Sie haben nur eine begrenzte Energie für soziale Interaktionen zur Verfügung, bevor sie sich müde oder überreizt fühlen. Und dann gibt es auch Menschen mit ungeübten social skills, die sich dahinter verstecken: «Ich bin halt intelligent», dabei sind sie einfach nur unbeholfen.

Die These hat wohl einen wahren Kern. Übermässige Logik kann ein Hindernis sein für den erotischen Erfolg – aufgrund der Muster, in denen man(n) sich befindet, das dürfte für Frauen gleichermassen gelten. Aber diese kann man durchbrechen. Als intelligenter Mensch ist man in der Lage, sein Wesen zu erkennen und seine Art und sein Auftreten differenziert einzusetzen: in Flirtsituationen die Lage nicht analytisch angehen, keine Wissenschaft daraus machen. Vor allem aber, das Ganze nicht so ernst nehmen. Wer einfach eine gute Zeit hat und Dinge nicht überdenkt, wirkt insgesamt offener und sympathischer, kann eher eine emotionale Bindung aufbauen, und das Verrückte ist, der wirkt meist tatsächlich anziehender auf die Ladys.

Es gibt aber auch Frauen, die halten eine introvertierte Wesensart für ausgesprochen angenehm und Männer, die nicht über perfekte social skills verfügen, für die viel interessanteren Zeitgenossen. Manchmal harmonieren eben auch Gegensätze ausserordentlich gut miteinander.

Folgen Sie unserer Autorin bei Youtube@LadyTamara

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 04.08.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.