Die USA haben innerhalb von 24 Stunden zum zweiten Mal Ziele im Iran angegriffen. Das zuständige US-Regionalkommando Central Command (Centcom) erklärte, die neuen Luftschläge dienten dazu, die Fähigkeit Teherans einzuschränken, die Freiheit der Schifffahrt in der Strasse von Hormus zu bedrohen.
Francisco Seco/AP/Keystone
Nach Angaben von Centcom erfolgten die Angriffe auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am Rande des Nato-Gipfels die zuvor mit dem Iran vereinbarte Feuerpause für beendet erklärt. Trump begründete den Schritt mit wiederholten iranischen Verstössen gegen die Vereinbarungen. «Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen», sagte der Präsident. Zudem erklärte er mit Blick auf die Waffenruhe: «Was mich betrifft, ist sie vorbei.»
Auslöser der jüngsten Eskalation sind Angriffe auf Handelsschiffe nahe der strategisch wichtigen Strasse von Hormus, für die Washington den Iran verantwortlich macht. Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben mehr als achtzig iranische Ziele im Umfeld der Meerenge angegriffen. Das US-Regionalkommando bezeichnete das iranische Vorgehen als «ungerechtfertigt und gefährlich» sowie als schweren Verstoss gegen die zuvor vereinbarte Waffenruhe.
Parallel zu den militärischen Massnahmen verschärft Washington auch den wirtschaftlichen Druck. Das US-Finanzministerium setzte am Dienstag die zuvor ausgesetzten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft. Die Erleichterungen hätten ursprünglich bis zum 21. August gegolten. Aus Kreisen der US-Regierung hiess es, Teheran müsse für sein Verhalten in der Strasse von Hormus Konsequenzen tragen.
Trotz seiner scharfen Worte schloss Trump diplomatische Kontakte nicht vollständig aus. Er kündigte an, mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über das weitere Vorgehen zu sprechen. Ob die Gespräche mit Teheran fortgesetzt werden, liess der Präsident jedoch offen.