Die Ukraine hält Angriffe auf Schiffe der russischen Schattenflotte für rechtlich vertretbar. In einem Schreiben an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) argumentiert Vize-Regierungschef Oleksij Kuleba, bei solchen Tankern stelle sich die Frage, ob ihre Tätigkeit noch als gewöhnlicher Handel gelten könne.
Kiew begründet dies damit, dass russische Öl- und Gastanker entscheidend zur Finanzierung des russischen Staatshaushalts und damit des Krieges beitrügen. Nach Schätzungen hat die Ukraine im vergangenen Jahr rund ein Dutzend Schiffe der Schattenflotte getroffen. Moskau wirft Kiew nach einem Angriff auf den russischen LNG-Tanker «Arctic Metagaz» im Mittelmeer «Terrorismus» vor.
Bryan Meade/Keystone
Die sogenannte Schattenflotte umfasst Tanker, die russische Fracht trotz Sanktionen transportieren und oft unter fragwürdigen Flaggen oder ohne anerkannte westliche Versicherung fahren. Nach Schätzungen von Schiffsmaklern ist diese Flotte weltweit auf mehr als 1.500 Tanker angewachsen.
Auch europäische Staaten erhöhen den Druck: Grossbritannien beschlagnahmte im Juni einen Tanker mit russischer Ladung im Ärmelkanal, Frankreich stoppte ein Schiff im Mittelmeer.