US-Aussenminister Marco Rubio ist am Donnerstag in den Vatikan gereist, um die zuletzt stark belasteten Beziehungen zwischen Washington und dem Heiligen Stuhl zu entschärfen. Im Apostolischen Palast traf er Papst Leo XIV. zu Gesprächen hinter verschlossenen Türen. Der Vatikan erklärte danach, beide Seiten hätten ihren Willen zu «guten bilateralen Beziehungen» und zu gemeinsamen Friedensbemühungen bekräftigt.
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Die Audienz stand im Zeichen des offenen Konflikts zwischen Donald Trump und dem ersten amerikanischen Papst der Geschichte. Leo XIV. hatte den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran wiederholt kritisiert und vor einer «Illusion der Allmacht» gewarnt. Trump reagierte mit persönlichen Angriffen und bezeichnete den Papst unter anderem als «schwach» und «furchtbar». Ein ranghoher Vatikanvertreter sagte zu Politico, der Besuch Rubios sei «aus einer Krise heraus geboren» worden und solle deren Folgen begrenzen.
Nach Angaben des Vatikans und des amerikanischen Aussenministeriums sprachen Rubio und der Papst über humanitäre Krisen, Religionsfreiheit sowie Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Rubio erklärte anschliessend auf X, das Treffen habe ein gemeinsames Engagement für «Frieden und Menschenwürde» gezeigt.
Besonders aufmerksam verfolgt wurde auch der symbolische Austausch von Geschenken. Rubio überreichte dem Papst einen kristallenen Football-Briefbeschwerer – eine Anspielung auf dessen Begeisterung für den Sport. Leo XIV. revanchierte sich mit einem Stift aus Olivenholz, das traditionell als Symbol des Friedens gilt.
Rubio traf anschliessend auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Bereits zuvor hatte er gemeinsam mit Vizepräsident J. D. Vance eine Einladung Trumps an den Papst zu einem Besuch in den Vereinigten Staaten überbracht.