US-Präsident Donald Trump hat beim Korrespondentendinner in Washington die Medien erneut scharf angegriffen. Darüber berichtet die BBC. Nach Angaben des Senders warf Trump zahlreichen Journalistinnen und Journalisten vor, unter einem «Trump Derangement Syndrome» zu leiden, und bezeichnete Teile der Berichterstattung erneut als «Fake News».
Rod Lamkey/AP/Keystone
Die Veranstaltung war nach einem Schussvorfall im April unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen nachgeholt worden. Damals hatte ein bewaffneter Mann kurz vor Beginn des Dinners das Feuer eröffnet und einen Beamten des Secret Service verletzt. Der mutmassliche Täter ist wegen versuchten Attentats auf den Präsidenten angeklagt. Trump schlug in seiner rund einstündigen Rede zeitweise versöhnliche Töne an und erklärte, er respektiere «die meisten» Medienschaffenden. Zugleich richtete er aber mehrere Spitzen gegen anwesende Journalistinnen und Journalisten. «Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite», sagte er mit Blick auf die US-Medien. Diese lebten von den Schlagzeilen, die er liefere.
Ausserdem erklärte Trump, politische Differenzen müssten «nicht mit Kugeln, sondern mit einer offenen und lebhaften Debatte» ausgetragen werden. Die Präsidentin der White House Correspondents' Association, Weijia Jiang, erklärte, man werde sich von der Gewalttat im April nicht einschüchtern lassen. «Wir werden uns weigern, einer Gewalttat das letzte Wort zu überlassen», sagte sie. Trump zeichnete den beim Angriff verletzten Secret-Service-Beamten Victor Gonzalez für dessen Einsatz aus. Wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen fiel die Veranstaltung mit rund 700 Gästen deutlich kleiner aus als der ursprüngliche Anlass im April.