Joana Hählen schied im Riesenslalom der Vorqualifikation aus, weil ihr Rückgrat nicht mehr mitmachte, nicht weil die Karriere zu Ende gehen sollte. Die 34-jährige Schweizer Speedspezialistin verfügt über fünf Podiumsplätze im Weltcup und 166 Rennteilnahmen. Doch am 4. Oktober 2026 musste sie erkennen, dass Swiss Olympic ihre Nominierung für die Winterspiele in Cortina zurückwies.
Das Selektionskriterium war hart zu verdauen: Durrer, die ausgewählte Konkurrentin, hatte im Super-G nur einen 18. Platz erreicht, während Hählen den 13. Platz schaffte – und damit das beste Resultat aller Schweizerinnen in dieser Disziplin. Hählen erfüllte zwar nur zur Hälfte die Olympiakriterien (eine Top-7-Platzierung oder zwei Top-15-Platzierungen), doch auch Durrer verfehlte diese Vorgaben.
Swiss Olympic hatte einen «Jugendbonus» in die Selektionskriterien verankert – und diesen Vorrang vor reinen Leistungsfaktoren eingeräumt. Hählen sagte sich versöhnlich: «Ich bin auf niemanden böse, auch nicht auf Delia nicht.» Sie erklärte, ihre Hoffnung ruhe nun auf der Heimweltmeisterschaft 2027 in Crans-Montana. Zwei Wochen später kündigte sie ihr Karriereende nach der laufenden Saison an. «Kopf und Körper wollten das Risiko nicht immer tragen», formulierte sie ihre Gründe. Vier Kreuzbandrisse in ihrer Laufbahn hinterlassen ihre Narben.