Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Montag, dem 5. Oktober 2026. Die politische Stimmung in Deutschland verkrampft und verhärtet sich immer mehr. Das ist mein Eindruck auch nach der grossen Ansprache des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zum Tag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober. Ja, ein Glücksmoment der deutschen Geschichte, diese friedliche Wiedervereinigung. Das kann man nicht genügend unterstreichen, da hat er recht. Aber wenn er dann natürlich die aufbrandende und... anschwellende Kritik an der Bundesregierung und das greifbare Unbehagen, das sich massiv vergrössert hat in den letzten Jahren, da muss man kein Politologe sein, um zu verstehen, warum. Ich meine, da gibt es handfeste Faktoren. Dass er dieses Unbehagen einfach wegwischt, das seien linksautoritäre Trolle und Rechtsextremisten und Kreml-Handlanger, die jetzt über diese Finstern Sozialen Medien die Stimmung in der Bundesrepublik vergiften würden. Da machte er sich das viel zu einfach. Das erinnert an die Aussagen des deutschen Bundeskanzlers Merz, nach den für ihn desaströsen Wahlresultaten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Als Merz ja sagte, er sei schockiert angesichts dieser Wahlresultate und hätte sie nie erwartet. Nun, ich bin eher schockiert, dass der deutsche Bundeskanzler so schockiert ist und offensichtlich so abgehoben und so losgelöst von der Lebenswirklichkeit der Leute, dass er sich gar nicht vorstellen kann, dass er gar nicht damit gerechnet hat, dass so etwas passieren konnte. Und das Gleiche hier beim Bundespräsidenten, der mit dieser Rede, vermute ich, bei vielen eben unzufriedenen Deutschen überhaupt nicht punkten konnte, sondern im Gegenteil den Eindruck verstärkte, dass die in Berlin da oben in ihrer eigenen... in dieser Superblase überhaupt nicht mehr mitbekommen, was im Land läuft und eben auch mit einer unglaublichen Respektlosigkeit gegenüber den Oppositionellen, gegenüber den Unzufriedenen in Erscheinung treten. Stellen Sie sich mal vor, wenn in der Schweiz nach einem Volksentscheid, nach einem Referendum sich da ein Exponent, ein Bundesrat, hinstellen würde, um unseren Bürgern zu sagen, dass sie da linksautoritäre oder linksextreme oder rechtsextreme Trolle seien und da den Einflüsterungen auswärtiger Mächte auf den Leim kriechen. Ich meine, das wäre ja der Gipfel der Arroganz der Macht und solche Politiker würden da zu Recht dann relativ bald aussortiert werden, natürlich streng demokratisch nach unseren Verfahren. Wobei man das auch nicht idealisieren sollte. Es gibt diese Abgehobenheiten und diese... Arroganz natürlich auch in der Schweiz, auch in den Schweizer Medien, wo man sich diese Narrative eben zu eigen macht. Das sind die Herrschaftstechniken jener, die sich an die Herrschaft klammern. Das sind eben die Methoden von Parteien und Politiken, die merken, dass ihnen die Fälle davon schwimmen. Und im Grunde dokumentiert der Frank-Walter Steinmeier damit, er meint es vermutlich aus seiner subjektiven Sicht gut, er sieht sich tatsächlich als die Verkörperung des demokratischen Zentrums, das da gegen den Ansturm der Barbaren sich zur Wehr setzt. Aber er ist im Grunde gar nicht mehr in der Lage, sein Amt als Bundespräsident auszuführen. Wie willst du als Bundespräsident, also als Integrationsfigur der Bundesrepublik, soweit ich das verstanden habe, ist das seine Funktion, wie willst du da wirken, wenn du bis zu 30 Prozent der Wählerschaft mehr oder weniger abqualifizierst und in den Senkel stellst? Hier sind nach wie vor extreme Stresssymptome. Zu erkennen, also in Deutschland ist es momentan alles andere als angenehm und gemütlich, sich politisch auseinanderzusetzen, da ist die Unzufriedenheit wahnsinnig gross. Aber es ist eben nicht eine rein emotionale Wutbürger, wie es dann immer wieder heisst, Wutbürgersensibilität, so nehme ich das überhaupt nicht wahr, sondern es ist sachlich fundierte Kritik der Leute. Sie sagen, wir wollen keinen Kriegskanzler Merz, wir wollen keinen Kriegskanzler der Ukraine. der Milliarden in einen Krieg investiert gegen Russland, das militärisch nicht zu besiegen ist. Ich meine, von was für Anwandlungen, von was für Fantasie-Hirngespinsten sind eigentlich unsere Politiker ferngesteuert, wenn sie glauben, angesichts des Zustands der Bundeswehr, Militarismus ohne Militär, sich damit der... Atommacht Russland anlegen zu können und sich dermassen nie belungentreu an die Seite der Ukraine zu heften. Viele bringen Verständnis dafür auf, dass man Russland kritisiert. Unverzeihlich ist sicher, dass der russische Präsident entschieden hat, ein kleineres, unabhängiges Land anzugreifen. Aber der entscheidende Punkt ist eben, dass der Krieg in der Ukraine nicht am 24. Februar 2022 begonnen hat, sondern viel früher, vor allem dann, als die NATO. mit ihrer Osterweiterung sich immer näher unter Bruch von Abmachungen und Versprechungen an die russischen Grenzen vorwagte und dann ab 2006 die Ukraine und auch Georgien in ihr Militärbündnis aufnehmen wollte. Ja, was denkt man sich dabei? Glaubt man, die Russen sitzen däumchendrehend da in Moskau und warten, bis amerikanische Militärbasen auf dem Roten Platz aufgestellt werden? Wie würden die Amerikaner umgekehrt reagieren? Aber solche... Gedanken, solche Überlegungen würde vermutlich der deutsche Bundespräsident auch schon ins Reich der Kreml-Propaganda und der links- oder rechtsextremen, vielleicht auch ausserirdisch ferngesteuerten Trolle abqualifizieren. Wenn eben die Wirklichkeit auf den Index gesetzt wird, wenn die Politiker nicht mehr bereit sind, die Wirklichkeit anzuerkennen, dann haben sie ein Problem und dann findet eben auch die Verdrehung der Worte statt. Das ist ja auch so ein Thema in Deutschland, diese Gauner-Worte, diese Gaunersprache, die da verwendet wird mit Begriffen. die gar nicht mehr das bedeuten, was sie eigentlich heissen sollten, allem voran das Wort Demokratie. Demokratie heisst einfach, dass die Mehrheit entscheidet und dass Mehrheit vor Wahrheit gilt, dass man sich eben an der Mehrheit auszurichten hat. Das heisst nicht, dass die Mehrheit immer Recht hat, aber dass, was die Mehrheit entscheidet, gilt. Aber das ist eben auch nicht mehr klar in Deutschland. Da gibt es immer mehr Politiker und Instanzen, die sagen, allein. Was da demokratisch entschieden wird, das interessiert uns überhaupt nicht. Wir haben da andere Massstäbe, da werden irgendwelche Werte, irgendwelche Grundsätze dann angemahnt, um eben Mehrheitsentscheide aus der Kraft zu setzen. Eine Art Gesinnungsdemokratie wird da gefordert, eine Art Gesinnungsdemokratie oder Gesinnungsdemokratur einer immer kleiner werdenden Minderheit, die sich da eben in der Wagenburg ihrer Berliner Blase zusammenballt, um alles. was da eben demokratisch an Widerspruch sich zu Wort meldet, wegzukämpfen und wegzuballen. Das ist die Lage, die sich da jetzt auch abzuzeichnen beginnt. Ich bleibe ja zuversichtlich, dass solche Bestrebungen nicht erfolgreich sein können. Ich glaube nicht, dass die heutige politische Elite in Deutschland tatsächlich die Demokratie aus der Kraft setzen kann. Aber die Bestrebungen laufen aus. Schweizer Sicht, aus meiner Sicht, durchaus und sind mit grösster Wachsamkeit da zu verfolgen. Und in dieser Rede ist eben einmal mehr dieses Bewusstsein da zu Tage getreten. Friedrich Merz, der deutsche Kanzler, hat jetzt einen Aufenthalt in der Ukraine hinter sich, in Kiew. Es ist auch zu Angriffen gekommen. Die Berichterstattung wie immer sehr, sehr einseitig im Fokus. jetzt auch Der Anklagen und Kritik gegenüber Russland ist ein Angriff auf die Akademie der Wissenschaften in Kiew. Man muss einfach immer vorsichtig sein mit diesen Meldungen und wie sie geframed werden, wie sie dargestellt werden. Dieser Krieg ist natürlich auch ein Krieg der Bilder. Man sieht irgendwo eine brennende Fassade, man sieht irgendwo ein Loch in einer Mauer und dann ist die Botschaft im Grunde schon klar, seht her, die Russen greifen. zivile Infrastrukturen an. Das ist ein barbarischer, kriegsverbrecherischer Krieg. Jedes Bild scheint dann dieses Narrativ zu unterstützen und es ist möglich, dass diese Bilder genau das zum Ausdruck bringen. Aber es ist nicht zwingend der Fall und mir ist oft aufgefallen, wenn man dann die Artikel liest, dass nicht nur zwischen den Zeilen, sondern beispielsweise dann im weiteren Vorgang festgehalten wird, dass etwa ein ziviles Gebäude getroffen wurde. Warum? Weil eben Abwehrraketen, beispielsweise eine russische Rakete getroffen hätten und dann sind Trümmerteile auf Wohnhäuser heruntergefallen. Die Russen versichern, dass sie überhaupt nicht zivile Infrastrukturen angreifen. Das machen sie nicht. Das werfen sie aber den Ukrainern vor. Es gibt da auch Fälle, die dokumentiert sind, aber es gibt sicherlich auch auf russischer Seite Fälle. Ich erinnere in diesem Zusammenhang immer an die Aussagen von IKRK-Leuten, unter anderem Peter Maurer, der am ziemlich am Anfang dieses Krieges gesagt hat. Allerdings gab es da schon Meldungen von schweren Kriegsverbrechen und unsere Medien haben, als wäre das eine ausgemachte Tatsache, geschrieben, das sei ein Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung. Dagegen hat sich das IKRK, also das Internationale Rote Kreuz, immer deutlich ausgesprochen. Die haben ja Leute an der Front, beispielsweise damals in Mariupol. Und die haben uns gesagt, dass zum Beispiel in Mariupol die Ukrainer Armeestellungen auch in Zivilgebiete gesetzt hätten und dass beide... Armeen sich wahnsinnig darauf konzentrieren würden, möglichst wenig zivile... sogenannte Kollateralschäden, schlimmes Wort, da herauf zu beschwören. Und dieser Krieg sei so gesehen ein Paradigmenwechsel gegenüber früheren Kriegen. Das sind Aussagen, in denen es vor allem zivile Tote gab, vor allem beim Syrienkrieg. Da war es laut Aussage des IKRK sicherer, wenn man in der Armee war, da bist du als Zivilist eher Opfer geworden, als wenn du Soldat gewesen bist. Und das sei in der Ukraine ganz anders. Was ja auch klar ist, denn die Russen sind ja verwandt mit... mit den Ukrainer. Das sind ja sehr enge, das macht ja das Ganze auch so giftig, dass es noch ein Bürgerkrieg ist, der hier hineinspielt. Und vergessen wir nicht, dass Millionen, etwa acht Millionen Ukrainer sind nach Russland ausgewandert. Also wenn die der Auffassung wären, dass da die Ukrainer flächendeckend bekämpft würden oder als Menschen zweiter Klasse betrachtet würden, dann wären ja wohl kaum acht Millionen Ukrainer nach Russland ausgewandert. Also hier ist ein komplexeres Geschehen. als das, was die Medien ihnen darlegen. Und vor allem hat eben dieser Krieg nicht am 24. Februar 2022 angefangen. Da fängt der Betrug, da fängt das Missverständnis schon an. Friedrich Merz jetzt also in Kiew mit einem Aufruf, Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf. Die Massen müssen, die Waffen müssen schweigen. Ich frage mich, was Kanzler Merz mit solchen Appellen... in Kiew an die russische Adresse bezweckt, ausser dass er sich da sozusagen als moralisch anteilnehmender Politiker präsentieren möchte, der da auf der richtigen Seite steht gegen den Aggressor Russland und da eben als Unterstützer der Ukraine jetzt solche Appelle richtet an Moskau, die ja gar nichts bringen, die im Gegenteil der Sache überhaupt nicht dienen. mit denen er sich zwar in den Augen seiner Unterstützer oder in den Augen deutscher Medien, die diese Auffassungen teilen, profilieren kann. Jawohl, er steht moralisch auf der richtigen Seite, er macht das Rechte, das ist die Gesinnung, wie man sie haben muss, aber zur Beilegung des Konflikts trägt das überhaupt nichts bei. Er disqualifiziert sich damit natürlich auch als Verhandler. Und wenn Friedrich Merz dann noch behauptet, dass dieser Krieg tatsächlich im nationalen Interesse Deutschlands sei, Dass ohne die Unterstützung der Ukraine und ohne die militärische Zurückdrängung, Besiegung hat er jetzt nicht wieder gesagt, aber die Zurückdrängung Russlands, dass dann eben die Angriffe Russlands auf Deutschland zunehmen würden. Also hier ist eine Art von Waffenbrüderschaft besungen worden, die mir als Deutscher sehr unheimlich wäre. Denn damit sagt der Kanzler im Grunde, eigentlich greift ja Russland uns an und wenn wir den Ukrainern nicht helfen, werden die uns noch mehr angreifen. Ich glaube, es ist eine ganz andere Logik da im Gange. Weil Deutschland die Ukraine unterstützt, greifen die Russen vielleicht hybrid Deutschland auch an, wobei sicherlich nicht mit solchen untauglichen Drohnen wie in Leipzig. Das bringt ja den Russen überhaupt nichts. Kui Bono, das hat ja nur den Ukrainern geholfen, dieser Vorfall. Also hier ist eine Rhetorik im Spiel, mit der der Kanzler den Krieg zu seiner eigenen Sache macht. Also Kriegskanzler Merz. Kriegskanzler der Ukraine. Und da muss man sich nicht wundern, dass immer mehr Deutsche, vor allem auch im Osten Deutschlands, alles andere als daran interessiert sind, überhaupt nicht der Meinung sind, dass es einem nationalen Interesse, wenn Deutschland einmal mehr gegen Russland ins Feld zieht. Man hat damit ja fürchterliche, verheerende Erfahrungen gemacht, die allerdings offensichtlich weithin in Vergessenheit geraten sind. März kündigt in Kiew deutsche Unterstützung an, ein neues Hilfspaket in Höhe von einer Milliarde Euro, Abstandswaffen, Kampfdrohnen und Satellitentechnik. Also die deutsche Regierung reitet Deutschland immer tiefer in diese brandgefährliche Konfrontation mit Russland hinein. Dann ist er angesprochen worden auf die wachsende Protestbewegung in Deutschland gegen diesen Krieg und dass eben viele... Deutsche nicht der Auffassung sein, man solle Krieg führen gegen Russland. Dazu sagt Merz, ich nehme das sehr ernst, auch wenn ich es nicht teile. Merz sagt, man müsse den Bürgern klar machen, dass die Unterstützung Kiews im nationalen Interesse liege und die direkten Angriffe auf Deutschland durch ein Ende des Engagements nicht weniger würden, sondern mehr. Also dieser Kanzler ist anscheinend überzeugt, dass tatsächlich das ein Krieg ist, der vor allem auch gegen Deutschland gerichtet ist. Und deshalb müsste man sozusagen als Schutzmacher, Diese Ukraine, das sind dann sozusagen die Grenadiertruppen, die jetzt da Russland in Bedrängnis bringen müssen, die müssen wir unterstützen, dann gäbe es weniger Angriffe auf Deutschland. Ich glaube, genau das Umgekehrte ist der Fall, meine Damen und Herren. Mit dieser Politik vergrössert und verschärft Kriegskanzler Merz die Wahrscheinlichkeit eines grossen Krieges auf deutschem Boden, eines dritten Weltkriegs in Europa. Berlin und Kiew wollen Abfangdrohnen gegen neue russische Drohnen produzieren. Also auch da immer tiefer die Verwicklung, immer tiefer das Eindringen in diesen Krieg. Selenskyj, die USA planen neue trilaterale Gespräche mit Kiew und Moskau für Oktober. Die Amerikaner sind zum Glück hier immer noch entspannungspolitisch unterwegs. Es soll in Abu Dhabi, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Gespräche geben. Das finde ich als Schweizer wiederum interessant. Noch bis 2022 fanden Gespräche zwischen den USA und Russland in Genf statt. In der Schweiz ist das nicht mehr der Fall. Warum ist das nicht mehr der Fall? Weil die Schweiz nicht mehr glaubwürdig vollumfänglich neutral ist, sondern weil sich die Schweiz durch die Übernahme der EU-Sanktionen am Wirtschaftskrieg gegen Russland beteiligt. Ein Wirtschaftskrieg ist ein Terrorkrieg, weil er zielt auf die Gesamtbevölkerung ab, auf Frauen, Kinder, Kreise, Babys. Man versucht mit einem Wirtschaftskrieg ein Land zu strangulieren. Die Schweiz macht da mit, aber man spielt das herunter. Und die russische Seite, der russische Präsident, hat fraglos recht, wenn er sagt, die Schweiz hat an Attraktivität verloren. Nicht zuletzt dadurch, dass sie die Neutralität preisgegeben hat. Wobei sie hat nicht nur an Attraktivität verloren, sondern auch an Sicherheit. Übrigens habe ich ja mit Blick, doch einmal im Rückblick auf meine Begegnung, auf meinen Austausch mit Putin darauf hingewiesen, Was für eine unglaubliche Handreichung das eigentlich ist, dass in dieser Zeit, wo also der deutsche Bundeskanzler laufend da an der Konfrontationsschraube dreht und seine Verachtung gegenüber Russland immer wieder zum Ausdruck bringt, dass ausgerechnet in dieser Lage ein russischer Präsident in einer grossen Ansprache, die weithin beachtet wird in Russland, einen deutschen Politiker, nämlich den Ostpolitiker Egon Bahr, sozusagen zu einem... Referenz zu einem Repräsentativpolitiker erklärt und seine Faszination zum Ausdruck bringt und mich, einen Schweizer Journalisten, noch aufruft, von seinen persönlichen Begegnungen mit Barr zu erzählen, weil Putin ihn nie persönlich kennengelernt hat. Das wird in deutschen Zeitungen gar nicht zur Kenntnis genommen, das wird gar nicht wahrgenommen, wird nicht einmal berichtet. Dabei wäre das eine diplomatische Charme-Offensive Putins, die doch ein kluger Realpolitiker da im Kanzleramt aufnehmen würde und sagen würde, ja, Lassen Sie uns über Egon Bahr reden. Das müssten doch auch die Sozialdemokraten merken. Aber die haben eben diese Tradition der Ostpolitik, der Brückenbauer, der Friedenspolitik preisgegeben, aufgegeben. Deutschland ist jetzt wieder, die deutsche Politik ist wieder in diesem brandgefährlichen Moralismus, in dieser ideologiegesteuerten, aggressiven Art und Weise unterwegs, die nichts Gutes verheisst. Man kann da tatsächlich nur auf die Korrekturen... der Bevölkerung, der Stimmbevölkerung, der Wähler hoffen, die da Gegensteuer geben. Also das wäre so eine Chance, meine Damen und Herren. Aber die deutsche Politik scheint komplett ausserstande, diese Chance zu packen, diese Offerte anzunehmen. Ja, man berichtet nicht einmal darüber, man sperrt das aus dem eigenen Gesichtsfeld weg und das zeigt Ihnen, wie tief... in diesem Krieg, in dieser Kriegspropaganda, auch die Medien stecken. Die sind da voll mit dabei. Das ist eine Marschkolonne. Das ist sozusagen die resonierende Begleitkulisse. Das ist sozusagen die Marschmusik, die mediale Marschmusik, die diesen neuen Kreuzzug gegen Russland begleitet. Einmal mehr die Medien hier in einer völlig unkritischen Haltung gegenüber der Kriegsrhetorik ihrer Regierung. Dass man das in dieser Drastik noch einmal sieht, finde ich schon überraschend, finde ich erstaunlich, zumal ich ja mit vielen deutschen Politikern, Hans-Dietrich Genscher usw. damals gesprochen habe. Und diese Kriegserfahrungen, die waren so real, auch bei Helmut Kohl, bei Gerhard Schröder, der in einer Baracke aufgewachsen ist, dessen Vater aus dem Krieg gar nie zurückgekommen ist. Aber die heutigen Generationen, die haben den Bezug zu diesen Wirklichkeiten verloren und enttäuschenderweise eben auch. Friedrich Merz, der ja im Grunde diese alte CDU noch gekannt hat. Und man hat ihn ja damals als Hoffnungsträger fast gewählt, wobei er war am Schluss bei seiner Wahl dann auch kein Hoffnungsträger mehr, sondern einer, der da auf kriegerische Eskalation gesetzt hat, vor allem auf eine Eskalation der Worte, aber auch auf eine Eskalation der Militärhilfe. Also die Medien als journalistische Marschmusik hier, An diesem Kreuzzug gegen Russland, das ist gefährlich, gleichzeitig aus Russland das Signal, Egon Bahr, Friedenspolitik, Ausgleich, eine diplomatische Scharmoffensive, gerade in einer Zeit der Verhärtung der deutsch-russischen Beziehungen und die Unfähigkeit des deutschen Establishments und der deutschen Medien, das überhaupt wahrnehmen zu wollen. Das ist für mich das Fazit jetzt der jüngsten Entwicklungen und Verdichtungen vor einer... sehr gefährlichen, nach wie vor eskalierenden Lage in der Ukraine. Bleiben Sie skeptisch, bleiben Sie wachsam, glauben Sie nichts, was Ihre Regierung sagt und bleiben Sie auch dem gegenüber misstrauisch, was die Medien verbreiten und bleiben Sie auch misstrauisch und kritisch gegenüber dem, was ich Ihnen hier sage und schicken Sie mir sofort Ihre Einwände und Gegenargumente. Vielen Dank, bis bald und einen schönen Start in diese neue Woche. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche, unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.