Jazz
Zu schön, um nicht wahr zu sein
Paolo Fresu / Richard Galliano / Jan Lundgren: Mare Nostrum IV. ACT 8008-2
Es gibt die Redeweise, etwas sei «zu schön, um wahr zu sein». Sie drückt aus, dass nicht nur die akademische Diskussion der Moderne ein prekäres Verhältnis zum Begriff des «Schönen» unterhält. In seinem Werk «Die verdächtige Pracht. Über Dichter und Gedichte» sagt der unlängst verstorbene grosse Literaturwissenschafter Peter von Matt: «Die heute geltende Bedeutung des Schlüsselworts ‹schön› als Kategorie der Kunst ist [. . .] emotional gestört durch die Normen einer kollektiv verordneten ästhetischen Moral.» Vor der «hochkulturellen» Diskussion über das Schöne und das Wahre, Kunst und Kitsch, Gefühl und Sentimentalität hat den Jazz lange seine Herk ...

