Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit internationalen Journalisten in Sankt Petersburg seine Bereitschaft zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs bekräftigt und dabei zugleich die AfD für ihre Haltung gegenüber Moskau gelobt. Putin erklärte, als Vermittler kämen nur neutrale Personen in Frage, «denen man vertrauen kann», und verteidigte erneut den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Gesprächspartner.
Sergei Bobylev/Sputnik/Keystone
Der Kremlchef äusserte sich am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg vor Vertretern mehrerer Nachrichtenagenturen. Mit Blick auf Deutschland und andere europäische Staaten argumentierte er, diese seien wegen ihrer militärischen Unterstützung für die Ukraine nicht neutral. Schröder bezeichnete er als Staatsmann, der deutsche Interessen vertrete und eigene Positionen verteidige.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten Putins Aussagen zur AfD. Laut Welt-Bericht bescheinigte er den anwesenden AfD-Politikern, ihre Positionen klar zu formulieren und ohne Angst dafür einzustehen. Zudem verwies er auf Umfragewerte der Partei in Deutschland und kündigte an, Russland werde mit jenen Kräften zusammenarbeiten, die dazu bereit seien.
Die AfD-Delegation sprach sich bei dem Forum für ein Ende der westlichen Sanktionen gegen Russland sowie für eine Wiederaufnahme der Energiebeziehungen aus. Putin erklärte dazu, der russische Energiekonzern Gazprom sei bereit, sofort wieder Gas nach Europa zu liefern. Als mögliche Route nannte er die verbliebene intakte Leitung der Nord-Stream-Pipeline.
In der Ukraine-Frage hielt Putin an seinen bisherigen Forderungen fest. Eine Friedensregelung setze aus seiner Sicht die vollständige russische Kontrolle über die Gebiete Donezk und Luhansk voraus. Zugleich wiederholte er Angaben über hohe ukrainische Verluste und russische Geländegewinne, die von Kiew bestritten werden. Nach ukrainischen Angaben liegen die tatsächlichen Zahlen deutlich tiefer.
Auf Fragen zu den ukrainischen Drohnenangriffen auf Sankt Petersburg räumte Putin Schäden ein, kündigte jedoch einen weiteren Ausbau der russischen Luftverteidigung an. Das Wirtschaftsforum dauert bis Samstag. Nach Angaben der Veranstalter werden rund 20.000 Teilnehmer aus 130 Ländern erwartet.