Chatbots sind geduldig, freundlich und jederzeit verfügbar. Doch je mehr Menschen sich an digitale Begleiter gewöhnen, desto grösser wird die Gefahr, dass echte Beziehungen an Bedeutung verlieren. Die amerikanische Soziologin Allison Pugh warnt vor einer «Depersonalisierungskrise» und erklärt im Gespräch mit Pierre Heumann, weshalb menschliche Nähe, Aufmerksamkeit und gegenseitige Wahrnehmung im KI-Zeitalter zu den entscheidenden Ressourcen einer funktionierenden Gesellschaft werden könnten. Seite 24
Die Gipfeltreffen G-7 gehen auf eine Initiative des französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing zurück: Er führte sie nach dem Erdölschock 1974 ein. Inzwischen haben sich die Machtverhältnisse in der Welt verschoben. Aus Anlass des G-7-Treffens in Évian sprach Jürg Altwegg mit Pierre Lellouche. Der ehemalige Minister plädiert für eine weltweite Friedenskonferenz nach dem Vorbild des Wiener Kongresses. Damals waren die Sieger über Napoleons Armee bestrebt, auch die Interessen der Verlierer zu berücksichtigen. Ihre Weisheit bescherte Europa hundert Jahre Frieden. Seite 30
Den in diese Ausgabe integrierten Themenschwerpunkt Weltwoche Grün kennen treue Leserinnen und Leser als Spezialbeilage. Unverändert ist der andere Blick auf ökologische Themen, Ideen, Technologien, Trends und -Innovationen, der darin gepflegt wird. Im aktuellen Dossier führt Thomas Bernauer aus, weswegen er bei Konflikten um die knappe Ressource Wasser optimistisch bleibt. Der ETH-Professor sieht Potenzial im anhaltenden technologischen Fortschritt sowie im Handel mit virtuellem Wasser. Neben bekannten Rubriken, Stimmen und Medientipps nimmt Umweltunternehmer Marcel Züger Naturschutzprojekte kritisch unter die Lupe, die sich das Credo «Zurück zur Natur» auf die Flagge geschrieben haben. Eines dieser Projekte läuft derzeit im solothurnischen Thal, wo man die mit dem Bison verwandten Wisente wieder ansiedeln will. Den Themenschwerpunkt Weltwoche Grün finden Sie von nun an vier Mal pro Jahr. Seiten 35 – 46
In rascher Folge hat der ehemalige CIA-Agent David McCloskey vier rasante Spionagethriller geschrieben. Er wolle damit seine Zeit beim Geheimdienst mental verarbeiten, erklärte er. Die Schauplätze sind Moskau, Singapur und Damaskus; der neuste Roman, der noch nicht auf Deutsch erschienen ist, heisst «The Persian». McCloskey, der sich als John-le-Carré-Schüler bezeichnet, ist der erste Amerikaner, der auf die britische Tradition des Agentenromans zurückgreift. Nach der Ära des Kalten Krieges gewinnt das Genre wieder an Brisanz: Unberechenbare Zeiten mit undurchschaubaren Machtverhältnissen und hybriden Kriegen liefern literarischen Stoff zuhauf. McCloskey macht daraus eine süffige, intelligente, spannende Mixtur aus Fiktion und Fakten. Seite 48
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