Im Zuge der Tötung des 18-jährigen Henry Nowak hat sich in Grossbritannien eine Debatte über Polizeiverhalten, Gewaltkriminalität und mögliche Ungleichbehandlung durch staatliche Institutionen entfacht. Hunderte Menschen versammelten sich am vergangenen Dienstag vor einer Polizeistation in Southampton, um unter dem Motto «Justice for Henry» gegen die Umstände des Falls zu protestieren. In Teilen der Stadt kam es dabei zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Kirsty Wigglesworth/AP/Keystone
Zu den Rednern der Kundgebung gehörte auch der rechte Aktivist Tommy Robinson. In seiner Ansprache erhob er schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die Justiz und die britische Politik. Robinson vertritt die Auffassung, der Fall Henry Nowak sei Ausdruck einer systematischen Benachteiligung der weissen Bevölkerungsmehrheit. Nachfolgend dokumentieren wir Robinsons Rede im Wortlaut, übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche.
Zunächst einmal: Gut gemacht, jeder Einzelne von euch, dass ihr nicht geschwiegen habt. Gut gemacht, dass ihr hierhergekommen seid. Henrys Ermordung ist – ich spreche nun seit zwanzig Jahren darüber. Ich sagte, man wird zum Opfer einer Rasse-Gang, das heisst pakistanische Muslime werden ein weisses Kind verprügeln. Die Polizei taucht auf und sie stürzt sich jedes Mal auf das weisse Kind. Ich habe das mein ganzes Leben lang gesehen, sie stürzen sich auf die weissen Kinder.
Was die ganze Welt jetzt in Henrys Video gesehen hat, ist das, was wir sowieso alle wissen: Es ist eine andere Behandlung für weisse Menschen im Vergleich zu Nichtweissen. Und wir haben gesehen, wie sich das durch jede einzelne Institution in unserem Land verbreitet hat. «Ich kann nicht atmen» – das Weinen, das Flehen, das Flehen. Wisst ihr, was gerade verrückt ist? Man sieht den Bruder dieses Mistkerls, der wegen Vereitelung der Strafjustiz angeklagt werden sollte – er lügt verdammt noch mal. Und eine Nachricht an jeden, der behauptet, Gemeinschaften zu vertreten: Bringt diese verdammte Familie aus Southampton weg.
Die Tatsache, dass seine Familie (Henrys Nowaks Familie, Red.) nächste Woche in dieser Stadt einkaufen gehen könnte und an dem Bruder dieses Mistkerls vorbeilaufen könnte, der den Mord an Henry ermöglicht und begünstigt hat, ist ein absolutes … die Tatsache, dass er auf den Strassen herumläuft, ist wahnsinnig. Ich habe ein Video von ihm, wie er heute Morgen auf den Strassen herumläuft. Er läuft heute Morgen auf diesen Strassen herum, das ist der Bruder, der Bruder, der [den Mord] ermöglicht hat.
Und wenn Leute von Gerechtigkeit sprechen: Wenn die Polizeibeamten nicht strafrechtlich verfolgt werden – was passieren muss, und ich habe gehört, einer der festgenommenen Beamten ist gerade zurückgetreten –, dann reicht das nicht. Wir wollen nicht, dass er zurücktritt, wir wollen, dass er für das, was er getan hat, eingesperrt wird. Kein einziger Polizeibeamter wurde dafür strafrechtlich verfolgt, dass er die Vergewaltigung einer Generation unserer Töchter zugelassen hat. Keiner. Keiner von ihnen musste sich einer Strafverfolgung stellen. Sie sind alle mit ihren verdammten Renten davongekommen, jeder einzelne von ihnen ist mit seinen Renten gegangen, genau wie hier. Er wird mit voller verdammter Rente zurücktreten, das ist nicht gut genug.
Wir wissen, jeder von euch, der das sieht, weiss: Wenn Henry nicht weiss gewesen wäre, wäre er nicht in Handschellen gelegt worden. Obwohl ich also jemanden sagen hörte, dies habe nichts mit Rasse zu tun, dies hat mit Rasse zu tun. Er wurde ermordet, weil er weiss war. Er wurde in Handschellen gelegt. Wisst ihr, der Mörder, er bekam keine Handschellen angelegt. Selbst nachdem sie herausgefunden hatten, dass er ihn fünfmal niedergestochen hatte. Er bekam immer noch keine verdammten Handschellen angelegt. Er war im Polizeiauto nicht in Handschellen, er war auf der Polizeistation nicht in Handschellen. Sie nahmen ihn mit auf die Polizeistation, damit er sich aussuchen konnte, welche verdammte Mahlzeit er wollte, das haben sie getan. Das ist die exklusive Behandlung, die Nicht-Weissen zuteilwird. Der weisse Junge, der nichts getan hatte, war gefesselt; dem Mörder im Besitz eines Messers, der jemanden fünfmal niedergestochen hat, waren nicht einmal Handschellen angelegt. Es ist für die ganze Welt sichtbar.
Nun habe ich auch gehört, was einer der Herren sagte: Dies betrifft nicht nur Henry. Henry hätte euer Sohn sein können, Henry könnte euer Sohn sein. Das geht schon so verdammt lange in jeder Stadt und Gemeinde in unserem ganzen Land so, wo wir als weisse Menschen von unserer eigenen Regierung, von unserer eigenen Polizei als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Und man muss sich die Polizeiarbeit ansehen, ihre Richtlinien und ihre Lehren; das ist Indoktrination in die Polizei hinein. Da steht der Vorwurf des Rassismus, die Mikroaggressionen, ‹white privilege› (weisse Privilegien, Red.) drin. Das steht alles im Trainingsleitfaden der Hampshire Police. White Privilege? Weiss Henry das verdammt noch mal? Sah es so aus, als hätte er ‹white privilege› gehabt, als er auf dem Boden lag?
Nochmals, ich wollte nur als Zuschauer bei der Demonstration hierherkommen. Die Jungs haben grossartige Arbeit geleistet, sie organisieren diese Demonstrationen in dieser Stadt schon seit sehr langer Zeit.
In der Ausgabe der Weltwoche vom 21. Mai 2026 erschien ein ausführliches Interview mit Tommy Robinson unter dem Titel «Das ist unsere Heimat». Darin äussert sich der britische Aktivist zu den demografischen Veränderungen in Grossbritannien, den Folgen der Masseneinwanderung, den sogenannten Grooming-Gangs sowie zu seinem langjährigen Konflikt mit Behörden, Medien und Justiz. Hier können Sie das ganze Interview lesen.