Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner verzichtet auf eine erneute Spitzenkandidatur der CDU für die Abgeordnetenhauswahl im September. Seine Entscheidung gab der CDU-Politiker am Freitag in einer kurzfristig anberaumten Erklärung bekannt. Als Grund nannte Wegner, dass er mit seinen politischen Botschaften die Berliner nicht mehr erreiche. Darüber berichtet die Bild-Zeitung.
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«Ich habe festgestellt, dass ich mit den wichtigen Themen, mit den Themen, die für die Berlinerinnen und Berliner wichtig sind, nicht mehr durchdringe, weil eine andere Debatte alles überlagert», sagte Wegner. Deshalb müsse es «Konsequenzen geben». Er werde nicht erneut als Spitzenkandidat antreten, um der CDU einen unbelasteten Wahlkampf zu ermöglichen. Ziel sei es, ein Linksbündnis nach der Wahl zu verhindern. Gleichzeitig räumte der Regierungschef Fehler ein. «Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht. Und das war auch Mist», sagte er.
Auslöser der anhaltenden Debatte sind Vorwürfe, Wegner habe nach dem grossen Stromausfall im Januar irreführende Angaben zu seinem Krisenmanagement gemacht. Die Affäre belastete den Regierenden Bürgermeister seit Monaten. Gleichzeitig geriet die Berliner CDU in den Umfragen deutlich unter Druck. Nach Angaben der Bild fiel sie zuletzt auf 17 Prozent zurück, nachdem sie bei der Wahl 2023 noch 28,2 Prozent erreicht hatte.
Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt Berlins Finanzsenator Stefan Evers. Wegner hatte bereits am Freitag mehrere öffentliche Termine kurzfristig abgesagt, darunter einen Auftritt im Bundesrat, bei dem Evers ihn vertrat. Nach Informationen des Tagesspiegel soll Wegner die Aufgabe bereits am Vortag an seinen Parteikollegen übergeben haben.