Die Vorschläge der Rentenkommission der Bundesregierung stossen bei der Opposition auf scharfe Kritik. Dies berichtet die Welt. Das Gremium empfiehlt unter anderem, das Renteneintrittsalter künftig an die steigende Lebenserwartung zu koppeln und die Rente mit 63 abzuschaffen.
Nach den bekanntgewordenen Plänen soll für jedes zusätzliche Jahr Lebenserwartung acht Monate länger gearbeitet werden. Zudem soll ab 2032 der derzeit ausgesetzte Nachhaltigkeitsfaktor wieder gelten, wodurch Rentenanpassungen stärker an die Zahl der Beitragszahler gekoppelt würden. Künftig sollen ausserdem Selbständige, Bundestagsabgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
Annette Riedl/DPA/Keystone
Der rentenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, René Springer, bezeichnete die Vorschläge als «Rentenpolitik auf dem Rücken der Arbeitnehmer». Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch warnte vor einer Senkung des Rentenniveaus und verwies auf das Risiko wachsender Altersarmut, insbesondere bei Frauen. BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht erklärte, eine Anhebung des Rentenalters bedeute für viele Menschen eine «faktische Rentenkürzung», da bereits heute zahlreiche Beschäftigte das reguläre Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen nicht erreichten.
Die Rentenkommission unter Leitung des früheren Präsidenten der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und der Sozialrechtlerin Constanze Janda übergibt ihren Bericht am Dienstag an Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Anschliessend will die schwarz-rote Bundesregierung über die Umsetzung der Empfehlungen beraten. Eine erste Entscheidung könnte bereits Anfang Juli im Koalitionsausschuss fallen.