Nach dem Bombenanschlag auf einen ukrainischstämmigen Unternehmer in Monaco fahnden die Behörden mit einem internationalen Haftbefehl nach einer 39-jährigen Ukrainerin, deren letzter bekannter Wohnsitz in Deutschland lag. Wie die Staatsanwaltschaft Monaco mitteilte, soll Anastasiia Berezovska den Anschlag vorbereitet und den Sprengsatz platziert haben. Gegen sie wird wegen versuchten Mordes, Herbeiführung einer Explosion und mutmasslicher Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt.
Interpol, Sebastien Nogier/EPA/Keystone
Die deutschen Behörden haben die Ermittlungen bereits aufgenommen. Auf Ersuchen Monacos durchsuchten Beamte des Hessischen Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft Frankfurt die von der Verdächtigen angemietete Wohnung im Main-Taunus-Kreis. Zudem stellten sie ein von ihr genutztes Fahrzeug sicher. Die dabei gesicherten Beweismittel sollen den Ermittlern in Monaco übergeben werden. Nach Erkenntnissen der Behörden reiste die Frau mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen über Italien ins Fürstentum. Sie spricht zudem Deutsch.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Verdächtige ihr Ziel sorgfältig ausgespäht. Um unerkannt zu bleiben, soll sie sich bei mehreren Erkundungen als Mann verkleidet haben. Überwachungskameras zeigen den Ermittlern zufolge, wie sie unmittelbar vor der Explosion kontrollierte, ob sich die späteren Opfer vor dem Gebäude befanden. Der Sprengsatz wurde anschliessend aus der Distanz gezündet. Drei Menschen wurden schwer verletzt, einer von ihnen schwebt weiterhin in Lebensgefahr.
Nach übereinstimmenden Medienberichten galt der Anschlag dem ukrainisch-zypriotischen Unternehmer Wadym Jermolajew. Ebenfalls verletzt wurden seine Lebenspartnerin und der gemeinsame 13-jährige Sohn. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Identität der Opfer bislang nicht. Jermolajew gehörte einst zu den vermögendsten Unternehmern der Ukraine und wurde 2023 von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Sanktionen belegt. Ihm wurde vorgeworfen, über Unternehmen Steuern auf der von Russland annektierten Krim entrichtet zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtige nicht allein gehandelt haben könnte. Zwei zwischenzeitlich festgenommene Männer kamen wieder auf freien Fuss, nachdem sich ein aktiver Tatbeitrag zunächst nicht erhärten liess.